Nutzen wohl zu niedrig

Fährt doch kein Zug nach nirgendwo? Auf diesen Gleisen bei Eutzen soll eigentlich die Regio-Stadtbahn rollen.

Wittingen/Braunschweig - Von Holger Boden. Steht die Regio-Stadtbahn auf dem Abstellgleis, bevor sie nur einen Meter gerollt ist? Nach Medienberichten ist der Nutzen-Kosten-Faktor durch Mehrkosten (das IK berichtete) unter den Wert 1 gerutscht – das würde bedeuten, dass große Teile der Finanzierung durch die öffentliche Hand wegbrechen. Das Projekt wäre damit – zumindest in seiner bislang diskutierten Form – am Ende.

Dem IK liegen Informationen vor, nach denen der Nutzen-Kosten-Faktor jetzt bei 0,8 liegen soll. Offizielle Bestätigungen dafür gab es gestern nicht: „Wir haben Zahlen bekommen und müssen die jetzt auswerten“, sagte Hennig Brandes, Verbandsdirektor des Zweckverbands Großraum Braunschweig (ZGB). Mit den neuen Berechnungen sei ein Ingenieurbüro beauftragt gewesen.

Die neuen Zahlen liegen laut Sprecher Christian Budde auch dem Wirtschaftsministerium in Hannover vor, der ZGB habe sie am Mittwoch vorgelegt. Auch im Ministerium heißt es: „Wir müssen die Zahlen genau betrachten.“ Am heutigen Freitag werde sich der Wirtschaftsausschuss des Landtags mit dem Thema befassen.

Vorschnell will also niemand das Vorhaben beerdigen. Klar ist aber: Bleibt es bei dem Kosten-Nutzen-Verhältnis, dann war es das für das innovative Schienenprojekt zwischen Uelzen und Braunschweig, das Pendler und Ausflügler im Stundentakt in die Welfenstadt oder bis an den Harz bringen soll. Das bestätigt auch Budde: Bei einem Faktor unter 1 rede man über ein Verlustgeschäft, und dann sei eine Finanzierung aus Steuermitteln nicht zu vertreten.

Möglich also, dass beim ZGB, der laut Brandes wohl Mitte nächster Woche mit Zahlen an die Öffentlichkeit gehen will, noch einmal die Suche nach Einsparungen losgeht. Brandes wollte gestern nicht ausschließen, dass dann auch das geplante Netz noch einmal auf den Prüfstand kommt. Die Krux dabei: Dünnt man das vorgesehene Konzept aus, dann sinkt auch der zu erwartende Nutzen des Gesamtprojektes.

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