Schulausschuss will Start um ein Jahr verschieben / Zeitdruck war zu groß

Nordkreis-IGS erst 2015?

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Landkreis Gifhorn. Dass im Nordkreis eine Integrierte Gesamtschule (IGS) eingerichtet werden soll, darüber war sich der Kreis-Schulausschuss gestern einig.

Dennoch sorgte das Gremium für eine Überraschung: Die neue IGS, die entweder in Wittingen oder Wesendorf entstehen soll (das IK berichtete), soll nun doch nicht schon im kommenden Schuljahr, sondern erst im Sommer 2015 starten. Das empfahl der Ausschuss einstimmig.

Der ursprüngliche Antrag der Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen, Piraten und Linke, die Nordkreis-IGS zum Schuljahresbeginn 2014/15 einzurichten, werde zurückgezogen, erklärte Karen Wachendorf (SPD) auf der gestrigen Sitzung. Stattdessen beantragte ihre Fraktion, den Schulstart um ein Jahr zu verschieben. Darüber hinaus soll die Planungsgruppe zur Schulentwicklung die Entscheidung über den Standort der neuen IGS und über weitere Details für die Kreispolitik vorbereiten. Über den SPD-Antrag wird der Kreistag am 19. September entscheiden.

Die Nordkreis-IGS im Sommer 2014 einzurichten, „wäre ein sehr ehrgeiziges Programm gewesen“, erklärte Wachendorf. „Es macht aber keinen Sinn, weiteren Zeitdruck in die ganze Sache zu bringen.“ Außerdem wollen die Rathaus-Chefs von Wittingen, Wesendorf und Hankensbüttel erst morgen über einen möglichen IGS-Standort beraten. Der Schulausschuss hätte somit keine Zeit mehr gehabt, vor der nächsten Kreistagssitzung, die die Weichen für die neue IGS hätte stellen sollen, noch einmal über dieses Thema zu diskutieren.

Ein IGS-Start im Sommer 2015 ermögliche hingegen, die neue Schule ohne Zeitdruck zu planen. „Wir brauchen eine Faktorenanalyse zu den einzelnen Standorten, unter anderem über Schülertransporte, Schülerströme und Kosten durch eventuelle Baumaßnahmen“, sagte Wachendorf.

Damit rannte sie im Ausschuss offene Türen ein. Walter Schulze (CDU) zeigte sich „froh darüber, dass die SPD Einsicht gewonnen hat, dass eine IGS im Sommer 2014 so kurzfristig nicht möglich wäre“. Zudem sprach er sich dafür aus, vor Beginn der IGS-Planung den Elternwillen zu dieser Schulform abzufragen. Das hält Schuldezernentin Evelin Wißmann jedoch für den falschen Weg. „Eine Elternbefragung, bevor die Planungsgruppe mit ihrer Arbeit beginnt, wirft uns zeitlich erheblich zurück“, gab sie zu bedenken. Aus ihrer Sicht wäre es besser, wenn die Gruppe zunächst einen Standortvorschlag zur künftigen IGS erarbeiten und der Kreispolitik zur Beratung vorlegen würde.

Peter Dietz (Grüne) bedauerte, dass die Nordkreis-IGS nicht schon 2014 starten soll, erkannte aber die Notwendigkeit, noch ein Jahr zu warten. „Unter Zeitdruck würde möglicherweise nichts Gescheites herauskommen“, meinte er.

Von Bernd Schossadowski

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