Feuerwehrleute aus Wittingen, Hankensbüttel und Wesendorf im Hochwasser-Einsatz

Nordkreis-Hilfe in Hildesheim

+
Feuerwehrleute aus der Samtgemeinde Hankensbüttel gestern beim Befüllen von Sandsäcken bei Hildesheim.

Landkreis Gifhorn/Hildesheim. Katastrophenalarm im Harz, Dammbruch bei Hildesheim – nach unwetterartigen Regenfällen hält Hochwasser vor allem die Einsatzkräfte im südlichen Niedersachsen in Atem.

Das hat Auswirkungen bis in den Landkreis Gifhorn: Rund 100 Feuerwehrkräfte aus der Kreisfeuerwehrbereitschaft Nord sind gestern Vormittag in den Landkreis Hildesheim beordert worden, wo die Innerste Überschwemmungen verursachte. Ein Ort war durch Wassermassen von der Außenwelt abgeschnitten, einem Stadtteil drohte die Evakuierung. Im niedersächsischen Innenministerium tagte ein Krisenstab.

Einsatzkräfte der Wittinger Feuerwehr halfen gestern, die Innerste bei Hildesheim mit Sandsäcken einzudämmen.

Neben weiteren Helfern aus allen Himmelsrichtungen machten sich drei speziell ausgerüstete Feuerwehr-Züge aus der Stadt Wittingen sowie den Samtgemeinden Hankensbüttel und Wesendorf auf dem Weg nach Hildesheim. Die Einsatzkräfte aus dem Nordkreis fuhren von Gifhorn aus im Konvoi zum Einsatzort. Der Hankensbütteler Zug, mit Aktiven aus dem Luftkurort sowie aus Steinhorst und Sprakensehl, wurde zum Befüllen von Sandsäcken eingesetzt. Die Züge aus der Samtgemeinde Wesendorf und der Stadt Wittingen halfen dabei, die Innerste mit Sandsäcken einzudämmen. Für 23 Uhr war die Rückkehr der Einsatzkräfte in den Kreis Gifhorn geplant.

„Unter Berücksichtigung der Sicherstellung der eigenen Einsatzbereitschaft im Landkreis Gifhorn kommen wir der Stadt Hildesheim gern zur Hilfe“, sagte Landrat Dr. Andreas Ebel. Beim Landkreis Gifhorn gab es gestern regelmäßig Lagebesprechungen der Koordinierungsgruppe von Kreisfeuerwehr und Landkreismitarbeitern.

Volle Gräben im Isenhagener Land, hier bei Alt-Isenhagen.

Auch im Landkreis Gifhorn selbst kam es angesichts der Hochwassersituation zu Einsätzen. Schwerpunkte waren das Isenbütteler Gewerbegebiet Moorstraße sowie Allerbüttel, Allenbüttel, Wettmershagen und der Ort Isenbüttel. Die acht Ortswehren der Samtgemeinde sowie ein Zug aus der Samtgemeinde Papenteich waren im Einsatz, insgesamt rund 120 Mann. Die K 114 (Gifhorner Osttangente) war wegen des Feuerwehreinsatzes im Isenbütteler Bereich ab 7 Uhr stellenweise gesperrt.

In Hankensbüttel waren Feuerwehr und Bauhof nach Angaben von Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel in Alarmbereitschaft, weil im Isenhagener See der Pegel bedenklich stieg. „Wir beobachten die Situation intensiv“, sagte Taebel. Bei einem Herbststurm im Oktober 1998 war der See schon einmal über die Ufer getreten, das Wasser war ins Freibad gelaufen – eine Wiederholung will man verhindern. Seit dem Ereignis vor 19 Jahren liegt ein Kontingent Sandsäcke bereit.

Überregional wichtige Verkehrsverbindungen waren wegen Hochwassers gestern zeitweise dicht, so etwa die A 39 zwischen Cremlingen und Scheppau und die B 4 bei Bad Harzburg. Wegen der Fluten wurden auch Bahnstrecken im Bereich nördlich des Harzes gesperrt, unter anderem die Erixx-Regionalbahn 42 zwischen Wolfenbüttel und Bad Harzburg.

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare