Stadt Wittingen sucht Kita-Plätze – und wird an der Schützenstraße fündig / Votum für Neubauten

Da ist noch Raum im Kindergarten

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Bei der Suche nach Kita-Kapazitäten soll nun erst einmal nicht angebaut oder umgebaut werden: Die Stadt greift auf Räume im Kindergarten an der Schützenstraße zurück, die ursprünglich für Zwecke der Mitarbeiterinnen genutzt werden sollten.

Wittingen. Auf den Mehrbedarf an Plätzen für die Kinderbetreuung will die Stadt zunächst dort reagieren, wo das Herz der Wittinger Kita-Landschaft schlägt: an der Schützenstraße.

Im Obergeschoss des dortigen kirchlichen Gebäudes (Schützenstraße 16) soll auf die Einrichtung eines Mitarbeiterraumes vorerst verzichtet werden, die Räume sollen stattdessen (wieder) zur Betreuung einer Kindergartengruppe genutzt werden. Darauf hat sich am Dienstagabend der Sozialausschuss geeinigt.

„Wir sehen das als Übergangslösung“, sagte der Erste Stadtrat Peter Rothe, der den Vorschlag verwaltungsseitig zur Diskussion gestellt hatte. Die Einrichtung des Mitarbeiterraumes wird nach Darstellung des Rathauses nun bis Sommer 2020 verschoben. Offenbar ist das kein Problem, weil im Zuge der strukturellen Veränderungen, die sich durch die neuen Mobil-Kitas ergeben haben, auch Räume für die Mitarbeiter am Standort Schützenstraße frei geworden sind.

Die Stadt kann laut Rothe zum neuen Kindergartenjahr nach aktuellem Stand 40 Kinder nicht wunschgemäß unterbringen – das bedeutet je nach Einzelfall ein Betreuungsangebot in einem anderen Ort, zu einer anderen Tageszeit oder eine Absage. Daher die derzeitige Suche nach weiteren Räumen.

Auf einen zwischenzeitlich diskutierten und auf 140 000 Euro taxierten Anbau an den Mobilbau an der Spittastraße will die Stadtpolitik verzichten. Auch eine Nutzung des Pfarrhauses I (welches nach Gesprächen mit der Kirchengemeinde offensichtlich zur Verfügung stünde) wurde am Dienstagabend verworfen. Dahinter steht die auch beim Knesebecker Pfarrhaus gewonnene Erkenntnis, dass ein Umbau von Bestandsgebäuden nicht unbedingt besonders günstig kommt.

Einig war sich der Ausschuss, dass der Fokus auf die langfristige Entwicklung des Kita-Angebots gelegt werden muss. Die Gruppe CDU/Grüne und die Gruppe SPD/Schulze brachten dafür einen gemeinsamen Antrag an, der in nichtöffentlicher Runde diskutiert und einstimmig verabschiedet wurde: Demnach sollen bis Mitte 2020 in Wittingen und Knesebeck zwei eingeschossige Neubauten für je sechs Kita-Gruppen gebaut werden. Beide sollen identisch geplant werden, davon erhofft man sich Kosteneinsparungen und Gleichbehandlung. Unter Beteiligung der Ortsräte soll nach den geeigneten Standorten gesucht werden. Zustimmung kam auch von FWG-Vertreter Thomas Knöfel: „Wir müssen bei der Kita-Planung groß denken, ich habe das letztes Mal schon gefordert.“

Von Holger Boden

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