Noch ein Märchensommer?

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Badespaß im Wittinger Freibad – in diesem Sommer oft möglich?

Isenhagener Land. Heute beginnt er verhalten, doch morgen kommt der meteorologische Sommer richtig in Fahrt. Pünktlich zum verlängerten Himmelfahrts-Wochenende arbeitet sich ein kräftiges Hoch von England nach Deutschland vor, das dem Isenhagener Land in den nächsten Tagen perfektes Ausflugswetter beschert.

Ohne Regen, dafür mit viel Sonne, klettert das Thermometer von 21 bis 22 Grad am „Vatertag“ auf schweißtreibende 26 bis 27 Grad am Sonntag. Am Sonnabend und Sonntag wird die gefühlte Hitze durch einen mäßigen bis frischen, teils auch böigen Nord- bis Nordostwind gelindert. Angenehm kühl bleiben mit Minima um zehn Grad die klaren Nächte.

Nach den mittelfristigen Vorhersagen der meisten Wetterdienste soll sich das Schönwetterhoch in der neuen Woche auf den Ostatlantik zurückziehen. Damit wäre der Weg für deutlich kühlere Luft aus Norden frei, in der die Tagestemperaturen kaum noch 20 Grad erreichen. Durchziehende Wolkenfelder haben nur wenig Nass im Gepäck, so dass sich die große Trockenheit fortsetzen wird.

Verschiedene Wetterdienste geben für größere Gebiete der Erde regelmäßig Jahreszeitenprognosen heraus. Bislang sind nur Aussagen zur Wahrscheinlichkeit eines zu kühlen, normal warmen oder zu warmen Monats beziehungsweise zum Verhalten der Niederschläge möglich. Nach der Prognose des DWD ist für Deutschland ein kalter oder auch nur normal warmer Sommer mit nur 15 bis 20 Prozent Wahrscheinlichkeit praktisch vom Tisch. Dagegen stehen die Chance für einen Supersommer mit fast 70 Prozent diesmal sehr gut. Ob es dabei feuchtschwül oder eher staubtrocken zugeht, lassen die Offenbacher Wetterfrösche offen. Dazu macht auch der US-Wetterdienst keine klaren Angaben.

Bei der Wärme schlagen die Amerikaner aber in die gleiche Kerbe wie die Deutschen. Längere Hitzewellen erwarten sie vor allem im Juli für Norddeutschland und Skandinavien.

Rein statistisch gesehen ist nach einem sonnigwarmen und trockenen Frühjahr wie dem abgelaufenen besonders der Juni schwach auf der Brust. Viel Nässe und Kühle sind derzeit aber (noch) nicht in Sicht.

Fest steht: Auch diesmal werden die Sommertemperaturen wieder Achterbahn fahren und sich feuchte und trockene Phasen abwechseln. Hintergrund sind gehäuft auftretende Großwetterlagen (Singularitäten). So neigt der mitteleuropäische Sommer während der Schafskälte vom 10. bis 20. Juni, Mitte Juli und um die Monatsmitte August zu längeren feuchtkühlen Pausen. Dagegen zeigt er sich im ersten und letzten Junidrittel, in den zwei Wochen um den Monatswechsel Juli/August (Hundstage) und im Spätsommer Ende August/Anfang September vielfach von seiner sommerlich warmen bis hochsommerlich heißen Seite.

Fazit: Ob die schönste Zeit des Jahres nun Top oder ein Flop wird, bleibt abzuwarten. Aber auf die Anteile kommt es an. Und da dürfte der Sommer 2011 eindeutig auf der Gewinnerseite stehen. Vielleicht ist, wie 2006, ja sogar ein neues Sommermärchen möglich.

Von Reinhard Zakrzewski

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