„Noch keine Engpässe gemeldet“

Auch in Wittingen steigt die Nachfrage nach Strom für E-Autos

Vollbelegung an der Schnellladesäule an der Wittinger Achterstraße: Engpässe hat die Stadtverwaltung bisher nicht registriert, die Frequentierung nimmt aber tendenziell zu.
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Vollbelegung an der Schnellladesäule an der Wittinger Achterstraße: Engpässe hat die Stadtverwaltung bisher nicht registriert, die Frequentierung nimmt aber tendenziell zu.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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Die Förderkulisse scheint zu stimmen, die Zulassungszahlen von E-Autos steigen. Schon wird mitunter die Frage gestellt, ob das Netz der Ladesäulen mit dem wachsenden Bedarf mithält. In Wittingen sieht man in dieser Hinsicht bisher keine Probleme.

Wittingen – „Engpässe sind uns noch nicht gemeldet worden“, sagt Fachbereichsleiter Günter Kruse mit Blick auf die Schnellladesäule auf dem Parkplatz an der Achterstraße. Die war einst als gemeinsames Projekt der Stadt und der LSW an den Start gegangen.

Das Laden ist dort kostenlos – das ist seit 2015 so und gehört zu den Anstrengungen, die gemacht wurden und werden, um E-Mobilität in den Markt zu bekommen. Anders läuft es bei der neuen Ladesäule am Bahnhof, dort wird abgerechnet. Wenn der Knesebecker Bahnhof ebenfalls hübsch gemacht wird, dann soll dort auch eine Stromtankstelle aufgestellt werden.

„Wir merken schon, dass inzwischen häufiger geladen wird“, sagt Kruse über den Achterstraßen-Parkplatz, die dortige Säule werde „sehr stark frequentiert“. Von der LSW heißt es auf IK-Anfrage, rein rechnerisch habe es seit Februar 2019 insgesamt rund 2200 Ladevorgänge gegeben.

Auch steigende Nachfrage nach Wallboxen

Dass die öffentliche Hand noch sehr lange den Fahrstrom von E-Auto-Besitzern subventioniert, gilt nicht als ausgemacht, auch wenn sich laut Kruse der Betreibervertrag für die Schnellladesäule gerade bis Ende 2021 verlängert hat. Auch die LSW hat offenkundig nicht vor, noch allzu lange an der stellenweise etablierten Umsonst-Kultur festzuhalten. Das Laden an AC-Ladepunkten (Wechselstrom) sei kostenpflichtig, so Unternehmenssprecherin Birgit Wiechert auf IK-Anfrage. Sobald es die entsprechende Messtechnik für die DC-Ladepunkte (Gleichstrom) gebe, sollen auch diese umgestellt werden. Die LSW sieht sich vor allem als Betreiber eines sicheren und zukunftsfähigen Stromnetzes, betreibt aber auch heute schon 120 Ladepunkte in ihrem Grundversorgungsgebiet.

Gleichzeitig beobachtet der regionale Versorger eine steigende Nachfrage nach Wallboxen für das Laden zu Hause. Laut Wiechert geht das Unternehmen davon aus, dass diese Tendenz mittelfristig anhält. Privatverbraucher können für die Ladevorrichtung KfW-Zuschüsse beantragen.

Kapazitätsprobleme für das Stromnetz gebe es nicht, erklärt Wiechert. Punktuell könne es nötig sein, das Netz oder einen Anschluss zu verstärken, um einen Kundenwunsch im Zusammenhang mit E-Mobilität zu erfüllen. Werden neue Netzabschmitte gebaut, dann werden sie von vornherein „leistungsfähiger dimensioniert“.

Die lange Zeit verhaltene Nachfrage nach E-Autos und Hybridfahrzeugen scheint derweil in der Tat nach den Zahlen des Verkehrsamtes auch im Landkreis Gifhorn anzuziehen. Ende November gab es kreisweit 1914 Fahrzeuge beider Antriebsarten zusammen, davon 641 reine E-Autos. Die verzeichneten mit +80 gegenüber Oktober den bis dahin stärksten monatlichen Anstieg des Jahres. Gegenüber dem Jahresbeginn (Dezember 2019: 902 E- und Hybrid-Fahrzeuge) hat sich die Flotte im Kreisgebiet mehr als verdoppelt. Damals waren 251 reine E-Fahrzeuge zugelassen.

Das Betreiben der Lade-Infrastruktur sieht der Landkreis als vorrangig private Aufgabe. 2021 soll allerdings ein Klima-Manager eingestellt werden, zu dessen Aufgaben dann auch das Thema E-Mobilität gehört.

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