Der Vorhang bleibt noch unten

Noch kein Termin für Re-Start – Wittingens Kino droht aber nicht das Aus

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Nix Nightlife: Wie alle Kinos, bleiben auch die Wittinger Lichtspiele bis auf Weiteres geschlossen. Im Stufenplan der Landesregierung steht ihre Wiedereröffnung weit hinten auf der Liste.

Wittingen/Gifhorn – Die jüngsten Corona-Lockerungen lassen etwas mehr Normalität zu. Geschäfte öffnen, Friseure empfangen Kunden, und Museen laden Besucher ein. Aber hinter ein paar Türen bleibt es dunkel – etwa denen des Wittinger Kinos.

„Die letzte Vorstellung lief am 15. März“, erinnert sich Inhaber Volker Schmid. Seitdem bleibt die Popcornmaschine aus, der Saal dunkel, der Vorhang unten.

Wann wieder geöffnet werden darf, weiß Schmid nicht: „Wir müssen uns ständig neu informieren.“ Er überlegt kurz. „Noch bis zum Juli bleiben wir zu. Wahrscheinlich.“ Im Stufenplan der Landesregierung gehört die Kino-Öffnung zu Stufe 5 von 5.

Für die Wittinger bedeutet das, dass auf Kunst im Kinosaal wohl noch länger als auf einen Besuch im Freibad verzichtet werden muss. Und für Schmid bedeutet es, dass Einnahmen fehlen, von mehreren Monaten. Seine Mitarbeiter sind in Kurzarbeit.

Aber von pessimistischem Stillstand ist bei den Wittinger Lichtspielen, wie das Kino heißt, nichts zu merken. Die Zeit ohne Besucher wird genutzt: In einem Saal steht ein Wechsel der Bestuhlung an, neuer Boden wird verlegt, die Polsterung und der Schallschutz ausgebessert.

In Gifhorn, wo Schmid ebenfalls ein Kino besitzt, sieht der Plan ähnlich aus. Eigentlich waren die Aufräumarbeiten für den Sommer geplant, wenn die Leute die Europameisterschaft und dadurch weniger Kino schauen. „Das wird natürlich nichts mehr“, sagt Schmid. Stattdessen räume man eben jetzt auf. Das alles mit dem Hintergedanken, „dass es dann, wenn es wieder geht, weitergehen kann“.

Aber wie es weitergeht, das steht noch in den Sternen. Die Starttermine von vielen Filmen wurden geändert, die Premieren für potenzielle Blockbuster wie „Keine Zeit zu sterben“, „Mission: Impossible 7“ und „Fast and Furious 9“ auf mehr oder weniger unbestimmte Zeit verschoben.

Dreharbeiten und Produktionen für noch nicht fertiggestellte Streifen sind unterbrochen – die Nachwirkungen der globalen Zwangspause werden noch also lange anhalten. „Viele Filme haben keinen festen Starttermin mehr“, fasst Schmid die Lage zusammen. Und das trifft dann natürlich die Kinos. Was nicht da ist, kann auch nicht gezeigt werden.

Trotz allem: Schmid ist sich sicher, dass für das Wittinger Kino der Abspann noch nicht gelaufen ist. Die Digitaltechnik im Kino ist neu, das wolle man nicht einfach so hinschmeißen. Bei den Kinos handele es sich zudem um Eigentum, den Einnahmestopp könne man also verkraften. „Klar wird es langsam anlaufen“, schätzt Schmid die Zukunft ein, wenn Kinosäle wieder öffnen dürfen. „Menschen haben Respekt vor der Situation. Aber es wird sich schon wieder einpendeln.“  

VON NÉLE J. GSUCK

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