„Nicht Altmaier vor sich“

Windkraft: Bürger stellen im Bauausschuss Grundsatzfragen

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So soll der Blick von Teschendorf auf den Windpark aussehen: Hinter der Visualisierung des Unternehmens Energiequelle vermuteten einige Bauausschuss-Besucher eine beschönigende Darstellung, das Unternehmen selbst versicherte derweil, bei der Modellberechnung korrekt vorgegangen zu sein.

Wittingen/Stöcken/Teschendorf – Am Ende verteidigte die Windpark-Planerin die Wittinger Stadtpolitiker: „Sie haben hier nicht Herrn Altmaier vor sich“, sagte Tina Hermerding, Projektleiterin des Unternehmens Energiequelle, an die Zuhörer des Bau- und Umweltausschusses im Rathaus gewandt.

Die Bürger hatten zuvor zahlreiche Aspekte vorgetragen, die aus ihrer Sicht den Teschendorfer Windpark fragwürdig machen: die Spielregeln fürs Recycling der Anlagen nach Ende der Lebensdauer, das Hoch- und Runterfahren konventioneller Kraftwerke angesichts des volatilen Windstroms, die umstrittene Sache mit dem Infraschall. .

Der Ausschuss fühlte sich allerdings weder in der Lage noch in einer Position, diese generellen Fragen zur Windkraft zu beantworten: „Wir können keine Verhinderungsplanung machen“, sagte Hans-Heinrich Koch (SPD). Ein Ausschussmitglied zeigte sich nach der Sitzung verwundert, dass die Kritik aus Reihen der Bürger erst zum jetzigen Zeitpunkt so vehement anläuft, die Pläne des Regionalverbands Großraum Braunschweig seien doch seit vielen Jahren bekannt.

Der Verband hatte in einem zähen Verfahren neue Windkraftstandorte festgelegt, bis Ende März wird die finale Genehmigung durch das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) erwartet. Für die einzelnen Windparks müssen die Betreiber Immissionsschutz-Anträge beim Landkreis stellen – das sind im Prinzip die Verfahren für eine Baugenehmigung.

Um genau diese Verfahren ging es am Dienstagabend, für den Windpark bei Teschendorf wie auch für den nördlich von Wittingen, der unweit von Rumstorf in den Gemarkungen Wittingen, Stöcken, Lüben und Erpensen liegen wird. Die Stadt, so erläuterte Stadtbürgermeister Andreas Ritter, könne dazu eine Stellungnahme abgeben, nicht mehr und nicht weniger, und die Bürger könnten das auch tun, wenn demnächst die Pläne ausgelegt werden: „Das wird dann öffentlich bekannt gemacht.“

Die einstimmig verabschiedeten Stellungnahmen des Ausschusses signalisierten Einvernehmen für beide Windparks, mit Bedingungen zum Brandschutz – und dem Hinweis darauf, dass eine Genehmigung des ArL erst noch erteilt werden muss.

VON HOLGER BODEN

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