Kanalbrücke bei Knesebeck vor Sperrung wegen Sanierung

Neun Monate lang Umwege in den Leu

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Die Brücke vom Kiekenbruch in den Emmer Leu ist 48 Jahre alt – nun braucht das Bauwerk eine Generalüberholung. 

Knesebeck. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Uelzen (WSA) sperrt voraussichtlich von Oktober bis zum Juli nächsten Jahres die Kanalbrücke, die bei Knesebeck am Königsdamm in Richtung Oerrel und Schönewörde führt.

Das Bauwerk muss einer Grundinstandsetzung unterzogen werden, weil es laut WSA „erhebliche Mängel aufweist, die die Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit“ beeinträchtigen.

Dass diese Meldung wenige Tage nach dem Brückeneinsturz von Genua kommt, ist laut Kai Römer reiner Zufall: „Wir haben ein großes Brückenprogramm, ein Ingenieur kümmert sich ständig um unsere Brücken. Projekte wie dieses haben einen langen Vorlauf, schon wegen der Ausschreibungen.“ Der Handlungsbedarf sei also schon weit vor dem Desaster von Genua festgestellt worden.

Zu den Arbeiten die ab Oktober in Angriff genommen werden, zählen laut WSA unter anderem die Erneuerung des Fahrbahnbelags einschließlich der Brückenabdichtung sowie die Erneuerung der Kappen, Geländer, Lager und der Fahrbahnübergangskonstruktionen.

Die sogenannte Drei-Feld-Spannbetonbrücke wurde im Jahr 1970 gebaut, stand also schon ein paar Jahre da, als der Elbe-Seitenkanal 1976 eröffnet wurde. Nun investiert die Bundesrepublik als Bauherr des Kanals 950 000 Euro für die Generalüberholung der Brücke.

Während der Vollsperrung von Oktober bis Juli soll eine entsprechende Beschilderung eingerichtet werden. Auch für den Rad- und Fußgängerverkehr könne während der Sperrung keine Querungsmöglichkeit im Baustellenbereich aufrechterhalten werden, heißt es seitens des WSA. Verkehrsteilnehmer bitte man daher, die zirka 3 Kilometer südlich und nördlich liegenden Brücken zu nutzen.

Die Brücke schließt sich an den Knesebecker Königsdamm im Kiekenbruch an. Eine Hauptverkehrsstraße führt nicht hinüber, im Leu ist die Verbindung auch nicht so gut ausgebaut. Gleichwohl, sagt Knesebecks Ortsbürgermeister Heinz-Ulrich Kabrodt, gebe es durchaus eine rege Nutzung: durch Land- und Fortwirtschaft, hin und wieder durch Vereinskontakte, vor allem aber für Freizeitzwecke – also durch Radfahrer. „Für die Landwirte wird die Sperrung einen ziemlichen Umweg bedeuten“, meint Kabrodt.

Von Holger Boden

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