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Windrad bei Wittingen soll 250 Meter hoch werden

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Von: Holger Boden

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Der Rotor und der lange Turm eines Windrads sind vor einem blauen Himmel mit weißen Wolken zu sehen.
Der Blick geht in lichte Höhen: Bei Suderwittingen soll ein 250 Meter hohes Windrad gebaut werden. © Daniel Maurer / dpa

Suderwittingen/Ohrdorf – Die Windparks im Wittinger Stadtgebiet stoßen in neue Höhen vor. Zwischen Suderwittingen und Ohrdorf werden südlich der B 244 zwei Anlagen geplant, von denen eine 250 Meter hoch werden soll.

Die Dimensionen des höchsten Bauwerks im Landkreis – der Bokeler Fernsehturm mit 323 Metern – werden zwar noch nicht ganz erreicht, doch dürfte auch das von dem Unternehmen wpd geplante 250-Meter-Rad weithin zu sehen sein. Was ja auch schon für deutlich kleinere Anlagen gilt. Befürworter der Windkraft werden damit kein Problem haben – insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Situation, die den Bedarf an hierzulande produzierter Energie deutlich macht. Windkraftgegner dürften sich durch die Höhe der Anlage in ihrer Abneigung bestätigt fühlen. Kundtun lässt sich Kritik an dem Vorhaben im Zuge des Bauleitplanverfahrens, das demnächst eingeleitet werden soll, und das wie üblich eine Beteiligung der Öffentlichkeit vorsieht.

Die bislang höchsten Windräder im Stadtgebiet sind im Sommer bei Boitzenhagen eingeweiht worden, sie messen 200 Meter. Die geplante 250-Meter-Anlage bei Suderwittingen wird neben einem weiteren neuen Windrad stehen, das von der Firma UKA geplant wird. Das wird 225 Meter hoch, weil an seinem Standort stärkere Einschränkungen durch die Luftfahrt gelten. Für den Bebauungsplan für diese Anlage gab der Ausschuss für Stadtentwicklung grünes Licht.

Über das wpd-Vorhaben informierte Projektmanager Tim Herrmann den Ausschuss am Montagabend. Dieser Bebauungsplan befinde sich derzeit in der Vorentwurfsphase, und man hoffe auf einen Abschluss des gesamten Bauleitplanverfahrens bis zum ersten Quartal 2024. Dann soll gebaut werden. Vom Start der Planungen für den Ausbau der Windenergie in der Region Braunschweig bis zur Realisierung wären dann in diesem Fall rund 13 Jahre vergangen.

Das wpd-Windrad soll laut Herrmann von der Bundesstraße her erschlossen werden, ein Feldweg wird dafür ausgebaut. Die nächstgelegene Wohnbebauung sei die alte Ohrdorfer Windmühle mit 900 Metern Abstand. Die üblichen Abstandskriterien greifen da nicht, weil die Mühle außerhalb der geschlossenen Ortschaft liegt. Die Anlage soll eine bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung bekommen – nähert sich kein Flugzeug, dann gibt es auch kein rotes Blinken.

Das Windrad soll eine Nennleistung von 7,2 Megawatt haben. Mit Blick auf Abschaltzeiten und windstille Tage sei realistischerweise von einer Jahresproduktion von 16 bis 17,5 Millionen Kilowattstunden auszugehen, sagte Herrmann. Das entspreche etwa dem Strombedarf von 4000 Vier-Personen-Haushalten.

Die Stadt Wittingen wird finanziell profitieren, wenn der Rotor sich dreht. Pro erzeugter Kilowattstunde sollen 0,2 Cent vom Betreiber an die Kommune fließen. Herrmann ging von einem Betrag von 30 000 bis 35 000 Euro pro Jahr aus. Ein bisschen Geld fließt auch ans benachbarte Diesdorf, wohin 4 Prozent der kommunalen Erlösanteile fließen, die restlichen 96 Prozent verbleiben in Wittingen.

Günstigerer Strom für die Bürger anliegender Orte ist laut Herrmann vorerst kein Thema – angesichts des aktuellen Strommarktes sei das „nicht möglich“.

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