Neues Domizil an der Spittastraße 1 in Wittingen seit 1. Mai in Betrieb3

Eine selbstbestimmende Wohngemeinschaft

„Villa Diakonie“ an der Spittastraße 1 in Wittingen.
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In der „Villa Diakonie“ an der Spittastraße 1 in Wittingen können die Bewohnerinnen und Bewohner ihren Lebensabend selbst gestalten.
  • Hans-Jürgen Ollech
    VonHans-Jürgen Ollech
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Seit dem 1. Mai gibt es mit der „Villa Diakonie“ in der Spittastraße 1 in Wittingen ein neues Domizil für Seniorinnen und Senioren, die auf Betreuung angewiesen sind, jedoch ihren Tag im Allgemeinen noch selbst gestalten können, erklärt der Geschäftsführer für den Bereich der Diakonie in Wittingen, Carsten Smolla.

Das Gebäude war 1929 als Kinderklinik gebaut worden. Später hatte Dr. Buurrmann seine Praxis nebst privaten Bereichen in dem Haus. Bis 2020 nutzte eine Physiotherapie die Räume. Außerdem wurde das Haus nach der medizinischen und privaten Nutzung durch Dr. Buurrmann für sechs Jahre bis 2020 von der Familie Kleinert bewohnt, weiß der Geschäftsführer und ergänzt, dass die Diakonie die Villa 2020 gekauft und bis vor Kurzem einschließlich des Erwerbs für insgesamt eine Million Euro saniert und ein neues Treppenhaus in Richtung Spittastraße angebaut hat.

Das Gebäude hat auf drei Etagen eine Nutzfläche von rund 600 Quadratmetern und ist für die Seniorinnen und Senioren mit einem modernen Fahrstuhl ausgestattet.
Die Villa wurde nicht nur mit einem neuen Treppenhaus versehen, sondern bekam auch eine komplett neue Elektrik für die Stromversorgung, eine neue Heizung, eine neue Küche sowie neue Sanitäranlagen, sodass die Villa insgesamt ein modernes Flair ausstrahlt, ohne bestimmte historische und bautechnische Gegebenheiten zu entfernen. So ist das alte Treppenhaus in seinem ursprünglichen Bestand komplett erhalten geblieben. Eine Alarmeinrichtung aus den frühen 1930er-Jahren und der große Kamin im Foyer konnten erhalten werden. 

Das vor Ort tätige Team der Diakonie mit Geschäftsführer Carsten Smolla (von links), Anja Gajewski, Svenja Wrobbel, Sonja Schulz und Verena Gruß möchte den Bewohnerinnen und Bewohnern einen hohen Standard an Lebensqualität bieten. 

Um den Vorgaben und Ansprüchen der Diakonie Rechnung zu tragen, wurde die gesamte Bauzeit durch den Prokuristen Peter Berlin begleitet, betont Geschäftsführer Carsten Smolla. Er ist stolz darauf, dass das Bau- und Sanierungsvorhaben trotz einiger Materialengpässe mit viermonatiger Verspätung beendet werden konnte.

In der „Villa Diakonie“ können insgesamt zwölf Seniorinnen und Senioren untergebracht werden, die sich in die Zimmer einmieten und dort bei ganztägiger, durchgehender Betreuung bei einem Pflegegrad der Stufe 2 ihren Lebensabend verbringen können. Sechs Zimmer sind bereits vermietet und bewohnt, sagt Carsten Smolla. Die zu beziehenden Zimmer sind leer, sodass sich die Mieterinnen und Mieter ganz nach ihren individuellen Wünschen und Möglichkeiten einrichten können. Damit bilden sie ihren häuslichen Lebensmittelpunkt selbst, betont Pflegefachkraft Anja Gajewski.

Es handele sich um eine sogenannte „Selbstbestimmende Wohngemeinschaft“, die aus ihren Reihen eine Sprecherin oder einen Sprecher wählt, die oder der mit den Gleichgesinnten erarbeitet, was man gerne in der Wohngemeinschaft machen möchte. Alle können sich je nach Möglichkeiten, persönlichen Neigungen und Fähigkeiten einbringen, sagt die Pflegefachkraft.

Alle Mieter können sich frei bewegen, in der Stadt spazieren gehen oder die gegenüberliegenden Kaufläden sowohl an der Knesebecker Straße als auch in der nahen Innenstadt aufsuchen. Selbst die medizinische Versorgung über den bisherigen Hausarzt könne weiter in der Villa genutzt werden, ergänzt der Geschäftsführer und erklärt, dass die Diakonie nicht als Alten- und Pflegeheim, sondern lediglich als Vermieter der Räumlichkeit auftritt und für die Rahmenbedingungen der Betreuung sorgt. Rund 20 Mitarbeitende stehen der Einrichtung zur Verfügung, die von Pflegedienstleiterin Maren Paasch und Pflegefachkraft Anja Gajewski eingesetzt und geführt werden. 

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