Baugebiet an der Kakerbecker Straße: Erschließung ab Sommer

Neues Bauland für Wittingen – die Hälfte ist schon weg

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Das Baugebiet an der Kakerbecker Straße ist derzeit das einzige, das im Kernort Wittingen angeboten wird. 

Wittingen – Wittingen hat wieder Bauland, aber möglicherweise hält es nicht mehr allzu lange vor: Nach Angaben von Wolfgang Hoffmann, Geschäftsführer der Braunschweiger Firma baureif, ist rund die Hälfte der Grundstücke im neuen Baugebiet an der Kakerbecker Straße bereits vergeben.

Die baureif Beratungs- und Erschließungsgesellschaft plant, Mitte des Jahres mit der Erschließung zu beginnen. Die soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Hoffmann geht davon aus, dass die ersten Bauherren im Herbst bauen können.

War bislang von 17 Bauplätzen die Rede, so ist deren Zahl inzwischen auf 20 gestiegen. Der Grund: Ein besonders großes Grundstück, für das es ursprünglich einen Interessenten gab, wird nun doch zu drei kleineren Parzellen aufgeteilt.

Mit Blick auf Kritik an den Grundstückspreisen – pro erschlossenem Quadratmeter werden an der Kakerbecker Straße 95 Euro aufgerufen, hinzu kommen Abwasser, Trinkwasser, Strom und Kommunikation – verweist Hoffmann auf mehrere Umstände, die den Preis nach oben treiben.

Der politische Wille, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen innerhalb des Baugebietes vorzunehmen, sei „sicherlich richtig“, führe aber auch dazu, dass rund 2.800 Quadratmeter weniger für Bauplätze zur Verfügung stehen. Das entspreche vier Grundstücken. Bei gleich hohen Kosten für die Erschließung ergäben sich zwangsläufig Verkaufspreise, die um 20 Prozent höher liegen, wenn man kostendeckend erschließen wolle.

Zudem, so Hoffmann, habe die Entwicklung des Baugebietes rund vier Jahre gedauert – ein Zeitraum, in dem die Tiefbaupreise um mehr als 30 Prozent gestiegen seien. Die Stadt Wittingen tat sich in den letzten Jahren schwer mit der Ausweisung von Baugebieten – auch, weil es in Politik und Verwaltung unterschiedliche Auffassungen über die Gründung einer eigenen Vermarktungsgesellschaft gab.

Befürworter argumentieren, dass die Kommune damit die Preise und die Vermarktung besser steuern könne. Kritiker sagen, das könne auch durch politische Vorgaben für die beauftragte Firma erreicht werden. Der Preis müsste dann wohl subventioniert werden.

Hoffmann kennt die Diskussion, die keine ganz neue ist: Kommunen hätten freilich die Möglichkeit, Bauland ohne Gewinn oder gar mit Verlust für den eigenen Haushalt weiterzugeben. Das sei vor Jahrzehnten auch gängige Praxis gewesen, in Zeiten sinkender Steuereinnahmen aber zunehmend aufgegeben worden.

VON HOLGER BODEN

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