Ein Nein, das noch ein Ja werden kann

Neuer Feuerwehr-Standort in Knesebeck: Ablehnung im Fachausschuss – der Rat könnte das ändern

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Diese Wiese ist als neuer Feuerwehr-Standort im Gespräch. Anwohner sind dagegen, ein endgültiges Votum der Politik bleibt abzuwarten.

Wittingen/Knesebeck. Einen ersten Vorgeschmack darauf, wie die künftige politische Arbeit in Wittingen öfter mal aussehen könnte, lieferte am Montagabend der Feuerschutzausschuss.

In der Frage, ob das neue Feuerwehrgerätehaus in Knesebeck auf dem freien Grundstück an der Gifhorner Straße 24 bis 26 stehen soll, gab’s ein Patt.

Damit ist der Standort fürs Erste abgelehnt. Vier Ja-Stimmen für das Grundstück kamen aus der CDU, vier Mal Nein hieß es dagegen aus den Reihen von SPD (wo auch schon der bisherige Christdemokrat Karl-Heinz Gauert saß) und FWG.

Eine Diskussion zu dem Vorhaben wurde nicht mehr geführt – lediglich der Ausschussvorsitzende Hartmut Schulze (SPD-Gruppe) erklärte noch einmal seine Ablehnung des Standortes, der von Anwohnern per Unterschriftenliste kritisiert wurde (das IK berichtete). Schulze führte auch ins Feld, dass er den Standort als zu weit von einer künftigen A 39 gelegen ansieht.

Was das 4:4-Votum am Ende bedeuten wird, ist offen. Der Erste Stadtrat Peter Rothe sagt auf IK-Anfrage, dass die Angelegenheit noch dem Wittinger Stadtrat (nächste Sitzung am 20. Dezember) vorgelegt wird. Dieser kann das Unentschieden, das letztlich ein Nein ist, wieder kippen. Wird er das auch tun?

Die Gruppe CDU/Grüne will nach Angaben von Gruppensprecher Uwe Hoppmann weiterhin für den Standort an der Gifhorner Straße stimmen: „Das war ja vor eineinhalb Jahren unser Antrag.“ Hoppmann sagt, ihm erschließe sich nicht, warum der Feuerschutzausschuss die Sache nicht mitträgt – möglicherweise sei es am Montagabend darum gegangen, eine „neue Machtposition auszuprobieren“. Also im bisher von CDU und Grünen mit 5:3 Stimmen dominierten Gremium ein Unentschieden herbeizuführen.

Der Knesebecker Ortsrat, in dem auch SPD-Vertreter sitzen, hatte dem Ortskommando Unterstützung für die Pläne an der Gifhorner Straße signalisiert. Kündigt sich da trotzdem ein Nein zu dem Standort im Stadtrat an? „Wir haben gesagt, wir wollen nicht im Wege stehen“, beschreibt der Sozialdemokrat Hans-Heinrich Koch das Ergebnis des Gesprächs mit dem Ortskommando.

Der Ortsrat, so Koch, habe sich allerdings nicht einmütig geäußert. Das letzte Wort in der Angelegenheit sieht er beim Fachausschuss, der Ortsrat sei lediglich „anzuhören“.

Klingt das also nach einem weiteren SPD-Nein am 20. Dezember? Koch will sich nicht festlegen: „Wir müssen das erst einmal in der Fraktion diskutieren – es gibt Gründe dafür und dagegen.“ Sind in der Ratssitzung alle Mandatsträger anwesend, dann reicht voraussichtlich ein einzelnes Ja aus Reihen der SPD oder der FWG, und das Ausschussvotum ist Makulatur. Erst recht, wenn auch Stadtbürgermeister Karl Ridder für den Standort stimmt.

Von Holger Boden

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