Politik will in Wittingen bald handeln / Umbau oder Neubau: Standort-Frage völlig offen

Neue Priorität fürs Gerätehaus

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Neue Drehleiter vor einem in die Jahre gekommenen Gerätehaus: Für die Wittinger Feuerwehr ist ihr „Zuhause“ an vielen Stellen zu eng geworden, zudem gibt es einigen Sanierungsbedarf.

Wittingen. Soll die Wittinger Feuerwehr umziehen? Diese Frage wird inzwischen (mit-)diskutiert, wenn es um die Zukunft des Gerätehauses an der Bahnhofstraße geht. Auch ein neuer Standort auf der ehemaligen OHE-Fläche ist dabei schon ins Spiel gebracht worden.

Doch derzeit ist die Diskussion noch ganz am Anfang.

Fakt ist: Beim Wittinger Feuerwehrgerätehaus gibt es Handlungsbedarf – darauf hat die Ortswehr bereits hingewiesen (das IK berichtete). Nicht nur um Sanierungsmaßnahmen geht es, es fehlt auch an Platz. Eine Untersuchung hat laut Ortsbrandmeister Torsten Bötticher ergeben, dass 500 Quadratmeter Nutzfläche fehlen.

Die Politik will reagieren – und hat Wittingen inzwischen auch in der Prioritätenliste nach vorn gerückt. Für das Gerätehaus in Erpensen soll dieses Jahr der Bau starten, das Rathaus ist mit den Ausschreibungen befasst. Dann ist Knesebeck dran, mit dem Ziel eines Baubeginns in 2019.

Ob das zu schaffen ist, bleibt abzuwarten. Der Erste Stadtrat Peter Rothe verweist darauf, dass die Details der Finanzierung noch geklärt werden müssen, weil man schließlich ein ÖPP-Projekt anstrebe (öffentlich-private Partnerschaft). Zudem ist offen, wie schnell die nötigen Änderungen in der Bauleitplanung samt Beteiligung der Öffentlichkeit hinzukriegen sind.

Dann – nicht vor 2020 also – soll Wittingen an die Reihe kommen. Bisher lag das Gerätehaus des Hauptortes in der städtischen Prio-Liste noch weiter hinten. Im Wirtschaftsausschuss wurde nun schon die Frage laut, ob bei einem Neubau nicht ein Teil der OHE-Fläche dafür eine Option sein könnte. Das zuständige Planungsbüro schloss das nicht kategorisch aus, verwies aber auf mögliche verkehrliche Probleme durch Rückstau im Bahnhofsbereich.

Ortsbrandmeister Bötticher sieht die Sache derzeit völlig ergebnisoffen. Ja, auch das OHE-Gelände sei vielleicht vorstellbar, allerdings sei der aktuelle, zentraler gelegene Standort mit Blick auf Alarm- und Ausrückzeiten sehr gut. Grundsätzlich sei es wichtig, dass das Gerätehaus östlich der Bahnlinie bleibt – 80 Prozent der Wittinger Feuerwehrleute würden auf dieser Seite wohnen: „Die stehen bei einer Alarmierung sonst alle an der Schranke, wenn der Stundentakt kommt.“

Bötticher sagt aber auch, die Ortswehr habe sich in der Standortfrage „noch nicht endgültig positioniert“. Ob Neubau oder Anbau, Umziehen oder Bleiben – wichtig sei die künftige Funktionalität des Gerätehauses im Rahmen der geforderten Normen. Gleichzeitig betont der Ortsbrandmeister, auch wenn es an Platz fehlt: „Wir sind arbeitsfähig.“ Daher drängele die Ortswehr nicht in Sachen Sanierung oder Neubau, man freue sich aber, dass das Gerätehaus auf der Agenda der nächsten Zeit stehe.

Von Holger Boden

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