Neue Nutzung für weiße Villa?

Stadt Wittingen denkt über Flüchtlingswohnungen oder Kita nach

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Die „weiße Villa“ bietet viel Platz, aber auch einigen Sanierungsbedarf.

Wittingen. Die Unterbringung von Flüchtlingen bleibt auch im Wittinger Rathaus auf absehbare Zeit ein Dauerthema.

75 Menschen hat die Stadt nach Angaben von Bürgermeister Karl Ridder bisher aufgenommen, 37 weitere Flüchtlinge, die der Stadt zugewiesen werden, werden bis zum Jahresende erwartet.

Das ist die Zahl, die auf den alten Berechnungen der Bundesregierung basiert. Wie viele Menschen es tatsächlich werden, nachdem der Bund seine Zahlen deutlich nach oben korrigiert hat – Innenminister de Maizière spricht inzwischen von 800 000 statt wie bisher von 450 000 Asylanträgen bis Jahresende –, das weiß noch niemand.

Kann die Stadt auf ihrem Gebiet noch ausreichend Wohnungen für die Hilfesuchenden bieten? Es werde zunehmend schwieriger, sagt Ridder, aber ein „kleiner Puffer“ sei noch da. Würde der Landkreis eine zentrale Aufnahmestelle bekommen, etwa in Ehra-Lessien (das IK berichtete), sei mit weniger Zuweisungen und einer entsprechenden Entlastung der Wohnungssituation zu rechnen.

Bisher erfolgt die Unterbringung von Flüchtlingen im Stadtgebiet vor allem in privaten Gebäuden. Die Stadt hatte sich in den vergangenen Jahren von einigen Wohn-Immobilien getrennt, weil diese Unterhaltungskosten verursachten und auch nicht mehr für soziale Unterbringungszwecke benötigt wurden.

In der jetzigen, neuen Situation könnte das Rad wieder zurückgedreht werden. So hat der Verwaltungsausschuss jetzt der Stadtverwaltung grünes Licht gegeben, Verhandlungen mit Helios über eine mögliche Nutzung der so genannten „weißen Villa“ an der Gustav-Dobberkau-Straße aufzunehmen.

Laut Ridder war die Klinik auf die Stadt zugekommen, weil das große Gebäude nur noch in sehr geringem Umfang für Zwecke des Krankenhauses gebraucht wird. Das nicht denkmalgeschützte Haus weist in mehreren Bereichen Sanierungsbedarf auf.

Ob man am Ende über Vermietung, Verpachtung oder Verkauf spreche, ob man sich überhaupt einig werde – das alles müssten weitere Gespräche zeigen, so Ridder. Dem Verwaltungsausschuss sei allerdings ein Erhalt des Gebäudes wichtig gewesen. Helios wollte die Immobilienangelegenheit nicht kommentieren.

Die „weiße Villa“ könnte – sofern sich Stadt und Klinik-Konzern einig werden – helfen, den Bedarf an Wohnraum für Flüchtlinge zu decken. Das ist laut Ridder aber nur eine Denkrichtung von mehreren. Auch im Kita-Bereich will man weitere Kapazitäten schaffen, auch über diese Nutzung werde nachgedacht. Klar sei aber: Eine gleichzeitige Verwendung der Villa für Flüchtlingsunterkünfte und Kita-Räume komme nicht in Frage.

Von Holger Boden

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