Zweijahresplan des Landkreises für Umbau der Schule

Neue Mensa bis August 2017 an der IGS Wittingen

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Außenansicht der neuen IGS-Mensa: Das erste Essen in der Mensa soll nach den Sommerferien 2017 ausgegeben werden. Skizze: Planungsteam III
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Wittingen. Der Landkreis Gifhorn investiert an der Spittastraße und an der Rammestraße 3,7 Millionen Euro in die Herrichtung der Wittinger IGS.

Ingenieurin Annette Witte (l.) und die Erste Kreisrätin Evelin Wißmann studieren in der Rammestraße die Umbaupläne.

Ein paar letzte Schränke werden noch hinausgetragen, ein zurückgebliebener Kinderwagen steht verloren in der Pausenhalle – die ehemaligen Räume der Hermann-Löns-Schule an der Wittinger Rammestraße sind keine Flüchtlingsunterkunft mehr, sie sind seit dieser Woche wieder ein Schulgebäude. Oder eher: eine Baustelle. Denn jetzt hat das Großprojekt IGS-Sanierung begonnen, das die künftig auf die beiden Standorte Spittastraße und Rammestraße aufgeteilte Einrichtung gut zwei Jahre lang beschäftigen wird.

3,7 Millionen Euro investiert der Landkreis Gifhorn in seine neue Schule in Wittingen. Die darf immer noch als neu gelten, weil in fünf Wochen erst der zweite Jahrgang eingeschult wird, die Wittinger IGS hat dann Fünft- und Sechstklässler. In weiteren vier Jahren wird die Einrichtung erstmals ihre volle Sollstärke erreicht haben, wenn von Klasse 5 bis 10 insgesamt sechs Jahrgänge und rund 500 Schüler dort Unterricht haben. Oberschule sowie Haupt- und Realschule – jetzt noch in den Räumen an der Spittastraße beheimatet – werden dann ausgelaufen sein.

3,7 Millionen – klingt nach einer Menge Geld, ist aber für zwei Gebäude schnell verplant. „Das ist ein knappes Budget“, sagt die Erste Kreisrätin Evelin Wißmann. In die Gesamtschulen in Sassenburg und Gifhorn flossen jeweils zweistellige Millionenbeträge.

Immerhin: Das Platzangebot an den beiden benachbarten Wittinger Standorten ist insgesamt großzügig, zusätzliche Räume müssen also nicht errichtet werden. Und es erleichtert der zuständigen Ingenieurin Annette Witte, die das Projekt für die zentrale Gebäudewirtschaft des Landkreises betreut, die Planung für die nächsten zwei Jahre – denn der Unterricht muss parallel weitergehen, und das bedeutet Umzüge für die Klassenverbände. „Das ist mit viel Organisation verbunden“, sagt Witte. Nach Stand der Planung solle aber jede Klasse „nur einmal umziehen müssen“.

Neubauten sind in Wittingen also nicht nötig, doch ein Kernprojekt des ganzen Vorhabens – die neue Mensa an der Spittastraße – kommt dem schon recht nahe: Für den lichten Treffpunkt mit 280 Sitzplätzen wird der bisherige Verwaltungstrakt komplett entkernt. Ansonsten liegt der Fokus an beiden Standorten vor allem auf neuer Elektrik, Brandschutz und energetischer Sanierung.

Dachsanierung, LED-Beleuchtung und Einbau von Rettungswegen

Der bisherige Verwaltungstrakt von außen.

Ein Teil der Maßnahmen in den ehemaligen Räumen der Hermann-Löns-Schule wurde wegen der Belegung mit Flüchtlingen schon vorgezogen, dort wurde etwa neue Sicherheitsbeleuchtung installiert, und die Elektrik hat eine neue Hauptverteilung erhalten.

Jetzt wird der Rest des Gebäudes fit gemacht für IGS-Zwecke. Fast auf dem kompletten Schulgebäude wird das Dach saniert, die Beleuchtung wird auf LED umgestellt. Zudem wird der Brandschutz ertüchtigt, zum Beispiel durch den Einbau zweiter Rettungswege in Klassenräumen. Die neue Elektrik ist auch Voraussetzung für das Funktionieren des geplanten Medienkonzeptes.

Tapeten und Fußbodenbeläge gibt es nicht flächendeckend neu – diese sollen nach Angaben der Ersten Kreisrätin Evelin Wißmann ebenso wie die WCs nur bedarfsorientiert erneuert werden. Lauter runderneuerte Klassenräume seien in dem vorgesehenen Budget nicht vorgesehen. Zum Teil wird für eine bessere Akustik nachgerüstet, so bekommt etwa die Pausenhalle eine neue Decke und einen neuen Fußboden.

Die zum IGS-Konzept gehörenden Lehrerstationen sowie die allgemeinen Unterrichtsräume werden ihren Platz im Obergeschoss haben, Differenzierungs- und Inklusionsräume im Untergeschoss. Das Gebäude bekommt auch zwei Fachräume (Textil, Kunst). Eine Mensa wird es an der Rammestraße nicht geben, auch ein Kiosk ist – derzeit – nicht geplant.

Das einstige Förderschul-Gebäude soll nach den Herbstferien bezugsfertig sein. Die IGS-Schüler ziehen nach den Sommerferien zunächst einmal in der Spittastraße ein und wechseln dann im Herbst an die Rammestraße. Der weitere Zeitplan des Landkreises:

• Nach den Herbstferien beginnen die Bauarbeiten an der Spittastraße. Der bisherige Oberschul-Verwaltungstrakt wird entkernt, bis April 2017 soll dort die neue Mensa entstehen, mit Akustikdecke, neuen Wänden, neuen Fußböden. Die Leichtbauwände kommen raus, eine neue Glasfassade soll das Gebäude optisch und energetisch aufwerten. Die Küche und der Personalraum werden im Bereich der bisherigen zwei Fachräume angesiedelt. Die roten Mauern im Zentrum des Traktes haben tragende Funktion und müssen bleiben, der bisher fensterlose Raum wird aber geöffnet und soll künftig als Lounge dienen. Die Verwaltung zieht für den Mensa-Bau provisorisch in drei Klassenräume.

• Von April bis August 2017 werden sukzessive die Trakte A, B und C saniert. Die Klassen ziehen wechselweise um.

• In den Sommerferien 2017 kommen die Pausenhalle und die bestehende kleine Mensa an die Reihe. In Letzterer wird am Ende die Schulverwaltung ihre neuen Räume beziehen.

• In den Sommerferien 2018 erfolgt die Sanierung weiterer Unterrichtsräume.

Blick in den bisherigen Verwaltungstrakt: Hier wird die neue Mensa eingerichtet, die Leichtbauwände verschwinden.

Wie auch an der Rammestraße stehen bei den Räumen an der Spittastraße neben der Mensa laut Wißmann vor allem Brandschutz, Elektrik (und damit verbunden das Medienkonzept) sowie Sicherheitsbeleuchtung und energetische Sanierung im Blickpunkt. Die Flure bekommen neue Decken, die Pausenhalle auch. Allzu viel Kosmetik wird es bei der Sanierung nicht geben – etwaiger Handlungsbedarf soll im Zuge der normalen Bauunterhaltung abgedeckt werden.

Im Spätsommer 2018 soll alles fertig sein. Ein ehrgeiziger Zeitplan? „Es sollte alles passen, wenn die beauftragten Firmen gut mitspielen“, sagt die federführende Ingenieurin Annette Witte. „Und wir haben auch ein bisschen Puffer eingebaut.“

Von Holger Boden

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