Lührs (FWG) argumentiert auch mit Rettungseinsätzen / Hoppmann (CDU) bleibt bei Nein

Neue Diskussion um Südumgehung

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Am Ende des Wunderbütteler Kirchwegs quert die Fahrbahn erst die OHE-Strecke (vorn) und weiter hinten den beschrankten Bedarfsübergang, der mit einer Sprechanlage ausgestattet ist. FWG-Politiker Friedrich Lührs schlägt vor, diese Verbindung zu einer leistungsfähigen Südumgehung auszubauen.

Wittingen. Für das Wittinger Feuerwehrgerätehaus läuft alles auf einen Neubau hinaus. In einer der jüngsten Sitzungen des Verwaltungsausschusses ist nach Angaben von Stadtbürgermeister Karl Ridder ein entsprechendes Votum des Feuerschutzausschusses deutlich bestätigt worden.

 Das bedeutet, dass in der Prioritätenliste für die Feuerwehr-Bauvorhaben Wittingen an Vorhop und Rade vorbeigezogen ist. Vorher sollen noch die Neubauten in Erpensen und Knesebeck realisiert werden. Die Wittinger Ortsfeuerwehr hatte dringenden Erweiterungs- und Sanierungsbedarf in vielen Bereichen ihres Domizils angemeldet.

Konkret über einen Standort des neuen Gerätehauses in Wittingen zu sprechen, dafür sei es noch zu früh, sagt Uwe Hoppmann, CDU, Sprecher der Mehrheitsgruppe von CDU und Grünen. Für die Erreichbarkeit potenzieller Einsatzorte gelte der aktuelle Platz an der Bahnhofstraße eigentlich als optimal. Auf keinen Fall werde man die Feuerwehr an einen Ort westlich der Bahnlinie verlegen. Solches hatte – mit Blick auf die Bahnschranken als mögliche Barriere für eine große Zahl der Feuerwehrleute – auch Ortsbrandmeister Torsten Bötticher schon ausgeschlossen (das IK berichtete). Auch Grünen-Sprecher Christian Schroeder sieht einen Neubau im direkten Umfeld des bestehenden Gerätehauses als beste Lösung an.

Die FWG hatte mal einen Standort auf dem OHE-Gelände ins Spiel gebracht, auch dies würde das Kriterium erfüllen, dass das Gerätehaus östlich der Bahnstrecke liegen soll. Während Fraktionschef Dr. Thomas Weiland einen Neubau als „weitgehend unstrittig“ sieht, hat sein Fraktionskollege Friedrich Lührs eine andere Auffassung: „Ich kann mich da nicht mit anfreunden.“ Angesichts anstehender Herausforderungen im Kita-Bereich sei die Stadt mit der zusätzlichen Investition überfordert. Das Feuerwehrhaus in Erpensen werde schon viel zu teuer, bei dem geplanten PPP-Projekt in Knesebeck seien viele Fragen offen.

Vor dem Hintergrund der Wittinger Feuerwehr-Überlegungen bringt Lührs derweil einen Vorstoß zurück auf die Agenda, mit dem er vor Jahren regelmäßig bei CDU und SPD abgeblitzt ist: eine enge Südumgehung, die den Wunderbütteler Kirchweg mit dem Gewerbegebiet im Wittinger Westen verknüpft – und mit einem zweiten Bahnübergang eine Alternative zur Bahnhofstraße bieten würde, insbesondere auch für Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge. Am Bahnhof werde es künftig wegen des Stundentaktes der Regio-Bahn noch häufiger geschlossene Schranken geben.

Lührs verweist auch darauf, dass bei einem Bau der A 39 die Verbindung Eutzen-Glüsingen als heimliche Südumgehung wegfalle. Eine enge Südumgehung könne somit auch die Innenstadt entlasten. Derzeit wird die Strecke Eutzen-Glüsingen von vielen Knesebeckern als Umleitung genutzt, weil die K 123 nach Emmen gesperrt ist.

Hoppmann erteilt der engen Südumgehung nach wie vor eine Absage, dafür gebe es „keinen Bedarf“. Beim Stundentakt sei damit zu rechnen, dass die Schließzeiten der Schranken wegen der geplanten Automatisierung kürzer werden. Lührs glaubt das nicht, er fürchtet bei einem Wegfall des Personals im Wittinger Bahnhof eher noch längere Schließzeiten.

Schroeder sagt zu der Diskussion: „Ich wollte eigentlich keine neue Straße bauen.“ Eine abschließende Meinung habe er aber noch nicht zu dem Thema. Generell müsse man beim Bund darauf pochen, dass die Stadt nicht auf den Folgen geänderter Verkehrsströme sitzen bleibt.

Der Fraktionssprecher der SPD im Stadtrat war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Von Holger Boden

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