2800-Einwohner-Ort könnte zusätzliche Perspektiven bekommen

Neue Chancen für Knesebeck?

In der Knesebecker Ortsmitte herrscht Stille.
+
Die Knesebecker Mitte: Sollte aus dem Ort in den nächsten Jahren ein Grundzentrum werden, würden sich ganz neue Entwicklungsmöglichkeiten bieten.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
    schließen

Knesebeck – Bekommt Knesebeck künftig neue Entwicklungsmöglichkeiten? Beim Regionalverband Großraum Braunschweig läuft derzeit die Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP). Und darin geht es auch um die Frage, welche Orte im Verbandsgebiet als Grundzentrum ausgewiesen werden könnten. Knesebeck ist solch ein Kandidat.

Was nach viel Behördendeutsch klingt, hätte für den 2800-Einwohner-Ort handfeste Vorteile. Denn Grundzentren dürfen sich ganz anders entwickeln als kleinere Orte, die diesen Status nicht haben. Zum einen können dann größere Flächen für Baugebiete ausgewiesen werden, zum anderen wird auch der sogenannte großflächige Einzelhandel möglich, also Geschäfte über 800 Quadratmeter Verkaufsfläche. Darüber hinaus gibt es für ein Grundzentrum auch bessere Möglichkeiten, auf Fördergelder zuzugreifen, wie Sabrina Puskeiler, Abteilungsleiterin für Stadtentwicklung im Wittinger Rathaus, erläutert.

Beim Regionalverband werden derzeit die Orte überprüft, die als Grundzentrum in Frage kommen könnten. Das sind entweder solche, die bisher eine „grundzentrale Teilfunktion“ besitzen (Knesebeck gehört laut Puskeiler dazu) oder die von den betreffenden Kommunen gemeldet wurden. Da die „grundzentrale Teilfunktion“ als Status künftig generell wegfällt, hat die Stadt Wittingen ihren zweitgrößten Ort als Grundzentrum explizit ins Spiel gebracht.

Noch ist freilich nichts entschieden. Erste informelle Gespräche mit den Kommunen seien geführt worden, sagt Gisela Noske, Sprecherin des Regionalverbandes. Das Verfahren sei ergebnisoffen, für 2022 sei die erste Öffentlichkeitsbeteiligung zum RROP geplant.

Dann wird man wissen, ob der Regionalverband den Ort Knesebeck als geeignet ansieht, Grundzentrum zu werden. Politische Kräfte in der Stadt Wittingen oder im Landkreis Gifhorn können das nicht entscheiden. Was dann an Stellungnahmen zum RROP-Entwurf eingeht, und wann das Programm schließlich in Kraft treten wird – das kann heute noch keiner sagen. Am Ende muss das Amt für regionale Landesentwicklung dem Ganzen seinen Segen geben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare