Nächster Schritt für A 39

EdgarStaßar

mr/bo Bad Bodenteich/Wittingen. Für die B 190n, die künftig einmal die A 39 bei Bodenteich mit der B 191 bei Breitenhees verbinden soll, haben die konkreten Entwurfsplanungen begonnen. In dieser Woche gab es dafür eine Auftaktkonferenz in Bad Bodenteich, zu der die Lüneburger Planungsbehörde neben den Landkreisen Gifhorn und Uelzen auch Vertreter aus Gemeinden, Fachbehörden und Verbänden eingeladen hatte.

Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar freut sich, dass die Planungen weiter voranschreiten: „Wir Bodenteicher sind einmütig für die Querspange, sonst ersticken wir im Verkehr. „Der Schwerlastverkehr erdrückt uns schon jetzt.“

Während es von Bodenteicher Seite bei dem Termin am Dienstag keine weiteren Einwände gegen die Trasse gab, plädierte Sprakensehls Bürgermeisterin Christiane Fromhagen für eine nördlichere Variante oberhalb des Bokeler Heideblütentals. Damit würde die Durchschneidung des Wildgatters vermieden und auch der Radweg von Bokel nach Breitenhees müsste nicht „plattgemacht“ werden. „Das wäre fatal für unseren Tourismus“, sagt die Bürgermeisterin.

Mit Genugtuung hat Fromhagen daher registriert, dass es nun – nach bereits jahrelanger Diskussion – Offenheit für eine Alternative gibt. Aus der Konferenz hat sie mitgenommen, dass die nördlichere Variante, die wohl komplett auf Uelzener Gebiet verlaufe, sogar die bessere Umweltverträglichkeit aufweist, „wenn man das Schutzgut Mensch besonders hoch bewertet“.

Dirk Möller, Chef der Lüneburger Landesbehörde für Straßenbau, bestätigt, dass es laut landesplanerischer Feststellung nun die Maßgabe gebe, eine nördliche Umfahrung des Wildgeheges zu prüfen. Ob die Trasse deshalb ausschließlich auf Uelzener Gebiet verlaufen würde, könne er allerdings noch nicht abschließend sagen. Für Staßar wäre das kein Problem: „Wir sind ja dafür, dass sie hier verlaufen soll.“

Laut Möller wird der 16,3 Kilometer lange Abschnitt zwischen Bodenteich und Breitenhees „ganz normal weiter beplant“, auch wenn insbesondere in der Altmark verstärkt ein alternativer Ausbau der B 71 und ein Verzicht auf die B 190n gefordert werden. Planungsstand ist: Die Querspange wird gebaut. Ob bei einer Nicht-Realisierung des östlichen Abschnitts der neuen Bundesstraße trotzdem die B 190n West gebaut werden könnte, sei bisher kein Gegenstand von Prüfungen gewesen.

Am Dienstag gab es neben der Auftaktkonferenz auch einen so genannten Scoping-Termin in Bodenteich, mit dem Naturschutzvereine und die mit Umweltaufgaben befassten Träger öffentlicher Belange in die Planungen eingebunden werden. Laut Möller soll die Aufstellung des Planungsentwurfs für den westlichen Teil der B 190n zwei bis zweieinhalb Jahre in Anspruch nehmen. Eine Bürgerbeteiligung werde es spätestens im Planfeststellungsverfahren geben.

Staßar, der kürzlich in der Bundeshauptstadt mit dem CDU-Kreistagsfraktionschef Claus-Dieter Reese auf Vermittlung des CDU-Bundestagsabgeordneten Henning Otte mit den Parlamentarischen Staatssekretären des Verkehrs- und Umweltministeriums über die weiteren Planungen gesprochen hatte (AZ berichtete), ist optimistisch: „Ich glaube, dass wir ganz gute Karten haben, dass die B 190 hier gebaut wird.“

Der Flecken-Bürgermeister rechnet sich auch Chancen für eine Rastanlage aus, der die nördlichen und südlichen Nachbarn eher skeptisch gegenüber stehen. „Die würde sich an der Abfahrt Richtung Celle auch anbieten, weil wir die Querspange haben“, bekundet Staßar Interesse und setzt auf positive Effekte für die Bodenteicher Region – „Ein Rastplatz bringt immer auch Arbeitsplätze“.

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