Wittinger Tafel in Personalnot – hat die Politik Lösungen? / Streichung eines Ausgabetermins droht

Der nächste Hilferuf der Helfer

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Lebensmittel holen und anliefern, sortieren und ausgeben: Bei der Wittinger Tafel gibt es viel zu tun, das Team braucht dringend Verstärkung. Der Verein, der eine wichtige gesellschaftliche Funktion übernimmt, sieht sich bei dem Problem auf sich allein gestellt. 

Wittingen. Sollten Sozialhilfeempfänger verstärkt dazu angehalten werden, gemeinnützige Arbeit zu leisten? Die Diskussion ist nicht neu, sie ist oft geführt worden, und sie ist kompliziert.

Das Einkommen aus Hartz IV durch eine solidarische Gegenleistung zu ergänzen, ist ein Gedanke, der sich durchaus in Formulierungen im Sozialgesetzbuch widerspiegelt. Neue Nahrung bekommt die Debatte jetzt durch die Situation bei der Wittinger Tafel.

Dort blieb die Ausgabe gestern vor einer Woche geschlossen. „Wir hatten nicht genug Leute“, sagt die Vorsitzende Laura Osterloh-Gailliaert. Drei Helfer hatte sie nach eigenen Angaben wegen Krankheit nach Hause geschickt, eine weitere Helferin musste zu einem Arbeitsamt-Termin. Bekommt sie einen Job – was Osterloh-Gailliaert ihr wünscht – wird sie der Tafel dauerhaft fehlen.

Generell gilt das alte Problem: Die Personaldecke ist bei dem gemeinnützigen Verein zu dünn, in Wittingen gibt es ein 15-köpfiges Team für Ausgabe, Anlieferung, Sortieren. Allein eine Ausgabe erfordert nach Angaben der Vorsitzenden mindestens acht Leute.

„Wer da ist und mitarbeitet“, sagt Osterloh-Gailliaert, „der reibt sich auf.“ Das münde inzwischen in eine Spirale aus krankheitsbedingten Ausfällen. „Das funktioniert nicht mehr, das kann ich nicht mehr akzeptieren.“ Wenn sich die Situation nicht bessere, könne vielleicht bald nur noch eine Ausgabe pro Woche angeboten werden. Da die Ausgaben für Migranten und Einheimische getrennt sind, würde das bedeuten, dass beide Gruppen jeweils nur noch alle 14 Tage an der Reihe sind. Osterloh-Gailliaert: „Das möchte ich eigentlich nicht.“

Von Holger Boden

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