Ganztagskonzept für Knesebecker Grundschule sieht Transfer-Fahrten vor

Nachmittage in Wittingen?

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Knesebeck. Knesebecker Grundschüler sollen nun ein Ganztagsangebot bekommen – in Wittingen. Das ist das Ergebnis eines Gespräches zwischen den Mitgliedern des Wittinger Schulausschusses, den Fraktionsvorsitzenden aus dem Stadtrat und Vertretern der Schule.

Hintergrund ist, dass, wie es im Mitteilungsblatt der Stadt heißt, „die Voraussetzungen für die Installation eines Ganztagsangebotes am Standort der Grundschule in Knesebeck derzeit nicht gegeben sind und auch kurzfristig nicht umgesetzt werden können“. Dort fehlen Räume ebenso wie ein pädagogisches Konzept.

Fristgerecht hat die Stadt bei der Landesschulbehörde einen Antrag auf Einrichtung einer offenen Ganztagsschule für Knesebeck gestellt. Die dabei angestrebte „Kooperation“ mit der Wittinger Grundschule – inklusive der gemeinsamen Nutzung des Standortes Gustav-Dobberkau-Straße – sei vom Schulgesetz gedeckt, heißt es. Beide Schulen müssten eine entsprechende Vereinbarung schließen.

Für die Knesebecker Kinder würde das bedeuten: morgens Unterricht in Knesebeck, dann Transfer nach Wittingen sowie Teilnahme am dortigen, etablierten Ganztagsangebot. Räumliche und personelle Voraussetzungen sind in Wittingen gegeben. Käme der Ganztagsstunden-Etat der Knesebecker Schule noch hinzu, könne ein noch umfangreicheres Angebot für die Kinder beider Schulen gemacht werden, kalkuliert man im Rathaus. Der Rückweg nach Knesebeck wäre nach Darstellung der Stadt durch die normale Schülerbeförderung sichergestellt.

Gleichwohl gilt ein Ganztagsangebot am Standort Knesebeck nach wie vor als langfristige Option: Durch sinkende Schülerzahlen könnten die benötigten Räume freiwerden.

Allerdings: Das nun ins Auge gefasste Konzept ist noch nicht vom Schulausschuss in öffentlicher Sitzung diskutiert worden, auch vom Stadtrat gibt es dazu kein Votum. Der Ausschuss soll das Thema demnächst auf die Agenda bekommen, einen Termin gibt es noch nicht.

Aus politischen Kreisen in Knesebeck kommen Zweifel, dass die Eltern den Transport ihrer Kinder nach Wittingen begrüßen werden. Die Knesebecker Elternratsvorsitzende Melanie Schulze zeigt sich in dieser Hinsicht ebenfalls skeptisch, gibt aber auch zu bedenken, dass etwa Kinder aus Vorhop ohnehin ab der 1. Klasse mit dem Bus fahren müssen. Mithin sei es wohl eine Frage der individuellen Gewohnheit, wie eine Familie das Ganztagsangebot in Wittingen bewerte. Schulze glaubt, dass es durchaus Interesse an einer Ganztagsbetreuung gebe. Andererseits sei bei den Elternumfragen in Knesebeck jedoch nicht von einem Standort Wittingen die Rede gewesen.

Aus Knesebeck kamen schon vor Jahren Forderungen nach einem Hort oder anderer Ganztagsbetreuung. Seitens der Politik wurde stets ein schulisches Ganztagsangebot präferiert – dieses wäre günstiger für die Stadt und auch für die Eltern. Schulze weiß: Wer sich seinerzeit für einen Hort stark gemacht hat, für den kommt die neueste Entwicklung im Prinzip schon zu spät. Kinder werden ja so schnell groß ...

Von Holger Boden

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