Schaden in Höhe von 350.000 Euro verursacht

Nach Kuhstall-Brand in Darrigsdorf: „Wir wollen wieder aufbauen“

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Ein Teil der Kühe wurde gestern auf eine Weide gebracht, 52 Tiere kamen in einen anderen Stall. Am Montagabend waren 130 Feuerwehrleute im Einsatz, gestern Morgen gab es in Wittingen eine Nachalarmierung.

Darrigsdorf – Der Geruch des Brandes hängt noch schwer in der Luft an diesem sonnigen Frühlingsmorgen in Darrigsdorf. Die Kripo ist da und macht noch ein paar Aufnahmen von dem Kuhstall, der in der Nacht zuvor durch ein Großfeuer vernichtet worden ist.

Von einer Wiese her ist das Muhen von Kühen zu hören. Landwirt Jörg Schulze und seine Familie hatten noch kaum Zeit, die Ereignisse sacken zu lassen – eine der wichtigsten Aufgaben war es, die Kühe zu versorgen.

Der ältere Teil des Kuhstalls, wohl rund 120 Jahre alt, wurde bei dem Brand völlig zerstört. Das Dach stürzte ein.

„Wir konnten alle Tiere retten“, sagt Schulze, der sichtlich gerührt ist von der „überwältigenden“ Hilfsbereitschaft, die seine Familie am Montagabend erfahren hat. Alle Helfer, die wegen Rauchgasvergiftung sicherheitshalber ins Krankenhaus kamen, hätten die Klinik inzwischen verlassen und seien wohlauf. „Das ist das Wichtigste“, sagt der Landwirt. Die Polizei gab die Zahl der Leichtverletzten mit neun an, auch Schulze kommt auf diese Zahl. In ersten Berichten war von elf Verletzten die Rede gewesen.

Dass die Tiere dem Feuer nicht zum Opfer gefallen sind, ist für Schulze eine große Erleichterung: „Das hätte mir in der Seele weh getan.“ Seine 31-jährige Tochter, die nebenan wohnt, hatte das Feuer am frühen Abend bemerkt. Angehörige und Nachbarn begannen sofort mit der Rettung der Kühe. Im weiteren Verlauf halfen auch Feuerwehrleute, die Tiere aus dem Stall zu treiben.

Auslöser des Feuers war – das hat die Polizei gestern bestätigt – ein Teleskoplader, der gegen 18 Uhr aus ungeklärter Ursache in Brand geraten war. Schulze versuchte noch, das Fahrzeug aus dem Stall zu fahren, doch das gelang nicht mehr. Die Flammen griffen auf den Heuboden und dann auf das gesamte Gebäude über. Ein etwa 120 Jahre altes Teilstück wurde völlig zerstört.

Die Polizei ermittelte gestern Vormittag vor Ort. Die Ermittler gehen von einem technischen Defekt aus.

Glück im Unglück: Schulze hat im Ort einen Stall gefunden, der einen Teil seiner Tiere aufnehmen kann. „Der Stall gehört einem Kollegen, der gerade aufgehört hat“, sagt der Landwirt. „Sogar die Melkanlage dort ist voll funktionsfähig.“ 52 Kühe hat Schulze dort untergebracht. Die Zahl der Tiere, die im abgebrannten Stall waren, beziffert der Landwirt auf insgesamt 95. Einige größere Jungtiere wurden gestern auf eine Weide gebracht.

Auf mindestens 350 000 Euro hat die Polizei gestern nach ersten Schätzungen den Schaden taxiert. Nein, sagt Schulze, ein Grund zum Strahlen sei das alles gewiss nicht – doch die Situation ist für ihn und seine Familie auch von der Zuversicht geprägt, dass es weitergeht: „Wir sind versichert, wir wollen hier wieder aufbauen.“ Sein Sohn Dennis wolle den Betrieb einmal weiterführen und stehe quasi in den Startlöchern: „Er besucht gerade die Fachschule.“ Jörg Schulze hofft, dass dem Wiederaufbau an Ort und Stelle keine genehmigungsrechtlichen Fragen im Wege stehen.

Hinweise auf Brandstiftung gibt es nach den bisherigen Ermittlungen nicht. Man gehe, so die Polizei, von einem technischen Defekt aus.

VON HOLGER BODEN

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