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Die Schulden der Stadt Wittingen steigen

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Von: Holger Boden

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Eine Person zählt ihr weniges Geld und stapelt dabei Münzen und Scheine.
Die Stadt Wittingen muss den einen oder anderen Euro derzeit einmal öfter umdrehen. © Jan Woitas / dpa

Wittingen – Die Stadt Wittingen war eigentlich auf einem guten Weg in Richtung Schuldenfreiheit. Doch der aktuelle Investitionsbedarf hat den Trend umgekehrt – die Verbindlichkeiten steigen wieder.

In ihrem Haushaltsplan, der im Dezember verabschiedet wurde, weist die Stadt auch den Schuldenstand zum Start ins neue Haushaltsjahr aus und gibt eine Prognose für die voraussichtliche Höhe der Verbindlichkeiten Ende 2023 ab. Die Schulden belaufen sich aktuell demnach auf rund 16,738 Millionen Euro. Geplant ist eine Tilgung in Höhe von knapp 682 000 Euro, sodass Ende des Jahres noch 16,085 Millionen Euro Verbindlichkeiten zu Buche stünden. Das gilt allerdings freilich nur, wenn in diesem Jahr keine neuen Kredite aufgenommen werden müssen.

Jedoch sieht es nicht danach aus, dass neue Schulden vermeidbar sind. Die Kreditermächtigungen für 2023 belaufen sich auf 27 Millionen Euro – das heißt, bis zu dieser Höhe kann die Verwaltung eigenständig agieren, wenn die Projekte, die bezahlt werden müssen, es erfordern. Was genau an Krediten gebraucht wird, ist unsicher, daher wird es auch nicht in der Schuldenübersicht ausgewiesen.

Investiert werden soll in Schulen, Kitas, Gewerbeansiedlung, Bauland, Städtebauförderung und einiges mehr. Zwar werden die geplanten Investitionen in Höhe von 28,5 Millionen Euro zum Teil eventuell gar nicht realisiert – doch dass die Stadt ohne Kredite durchs Jahr kommt, ist unwahrscheinlich.

2021 klappte das noch. Damals reichten laut Kämmerer Thomas Flaak die liquiden Mittel für alle realisierbaren Projekte aus, eine Kreditaufnahme konnte vermieden werden. 2022 ging das schon nicht mehr. So sind unter den 16,7 Millionen Euro Schulden auch zwei neue Kredite für 5 bzw. 8 Millionen Euro. Der erste wurde im Mai aufgenommen, der zweite im November. Beide haben eine Laufzeit bis 2052, der nominale Zinssatz beläuft sich auf 2,01 bzw. 3,73 Prozent.

Das zeigt auch: Bis letztes Jahr stand die Stadt eigentlich gut da und hatte ohne diese neuen Kredite nur noch 3,7 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Jetzt, mit über 16 Millionen, sind es für jeden der rund 11 400 Einwohner der Stadt rein rechnerisch 1468 Euro Schulden pro Kopf. Im Landesdurchschnitt waren es Ende 2021 4004 Euro.

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