Urteil gefallen / Revision möglich

Nach gefährlicher Körperverletzung in Wittingen: Zwei Jahre, acht Monate im Würgeprozess

Gewalt im Privaten: Nach einem Fall in Wittingen ist der Angeklagte jetzt verurteilt worden.
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Gewalt im Privaten: Nach einem Fall in Wittingen ist der Angeklagte jetzt verurteilt worden.

Wittingen/Hildesheim – Im sogenannten „Würgeprozess“ hat das Hildesheimer Landgericht den Angeklagten am Montag zu 2 Jahren und 8 Monaten Haft wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Der 27-Jährige wurde für schuldig befunden, seine frühere Lebensgefährtin am 11. Dezember 2018 in Wittingen gewürgt zu haben. Der Angeklagte, der die Vorwürfe bestritten hatte, kann Revision einlegen. Das Urteil ist daher noch nicht rechtskräftig.

Der 27-Jährige war zusätzlich auch wegen versuchten Totschlags angeklagt gewesen. Diesen Vorwurf ließ das Gericht in seinem Urteil aber fallen. Die Strafkammer sei zwar davon ausgegangen, dass der Mann den Tod der Frau möglicherweise in Kauf nahm, erläuterte Gerichtssprecher Steffen Kumme. Ausschlaggebend sei aber letztlich gewesen, dass er die Tötung nicht vollzog, sondern von seinem Opfer abließ. Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, die Frau nach einem Faustschlag bewusstlos zurückgelassen zu haben.

Die Aussagen der Frau zum „Kerngeschehen“ seien vom Gericht als „glaubhaft und konsistent“ gewertet worden, so Kumme. Sie hätten zudem mit den Erkenntnissen der Rechtsmedizin übereingestimmt. So sei von einer Würge-Dauer von etwa 20 Sekunden ausgegangen worden. Dass der gemeinsame Sohn den Vorgang mit ansehen musste – so beschrieb es die Hildesheimer Justiz in der Schilderung des Falls –, habe bei der Strafbemessung durchaus eine Rolle gespielt, sagte Kumme.

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