Brand-Folgen: Sieben-Tage-Woche für Teil der Belegschaft

Nach Feuer: Butting blickt nach vorn

Bei Butting in Knesebeck wird der Ausfall einer Produktionshalle zum Teil mit Kapazitäten vor Ort kompensiert. Ein Teil der Belegschaft trägt mit einer Sieben-Tage-Woche dazu bei.

Knesebeck. Mit einer befristeten Sieben-Tage-Woche und weiteren Maßnahmen fängt das Knesebecker Unternehmen Butting die Folgen des Großbrandes vor drei Wochen auf.

Die Ermittlungen zur Ursache für das Feuer, das am 11. August eine Produktionshalle zerstörte, dauern derweil laut Polizeisprecher Thomas Reuter an, ein Ergebnis gibt es noch nicht.

In der zerstörten Halle war die Rohrbeize angesiedelt (das IK berichtete). Die Unternehmensführung leitete noch am Wochenende des Brandes umfangreiche Maßnahmenplan zur Schadensminimierung ein. Unter anderem wurde eine Großbeize für Formteile in eine Rohrbeize umfunktioniert. Zudem stehen in Knesebeck Bereiche für die Sprühbehandlung von Formteilen und Rohrleitungsteilen zur Verfügung.

Darüber hinaus wurden die Fertigungskapazitäten an bestehenden Reinigungsanlagen ausgeweitet. Für verbliebene Arbeitsbereiche der Oberflächentechnik sowie die logistische Unterstützung wurde vom Gewerbeaufsichtsamt laut Firmensprecherin Andrea Kiel unbürokratisch eine Sieben-Tage-Woche für die ersten fünf Wochen nach dem Brand genehmigt. Für weitere 18 Monate sei für diesen Bereich vom Unternehmen gemeinsam mit dem Betriebsrat Sonn- und Feiertagsarbeit beim Sozialministerium in Hannover beantragt worden. Die Mitarbeiter wollen nach Kiels Angaben in den nächsten Wochen ein Drei-Schicht-Modell mit vier Teams testen, um eine siebentägige Produktion zu gewährleisten.

„Die neuen Arbeitsabläufe müssen sich erst einspielen, vieles befindet sich im Aufbau“, erläutert Thomas Schüller, Geschäftsführer für den Bereich Produktion. „Es wird sich in den nächsten Wochen zeigen, welche Tonnage wir in der geänderten Konstellation beizen können.“

Butting greift bei der Rohrreinigung außerdem auf Kapazitäten seiner verbundenen Unternehmen in Schwedt und Könnern sowie auf externe Dienstleister zurück.

Die abgebrannte Halle wird derweil abgerissen. Nach Kiels Angaben werden die beim Brand und den Löscharbeiten entstandenen Flüssigkeiten derzeit aus Sammelbecken abgepumpt und entsorgt.

Auch Nachbarhallen wurden durch das Feuer zum Teil in Mitleidenschaft gezogen. Einer dieser Komplexe ist direkt nach dem Brand wieder von Sachverständigen freigegeben worden. Bei einer anderen Halle laufen Untersuchungen am Dach und Reinigungsarbeiten, die Maschinen werden auf Schäden durch Löschwasser untersucht.

Inhaber Hermann Butting betont: „Die Katastrophe hat gezeigt, dass unsere Mitarbeiter-Familie zusammenhält. Ich bin dankbar, dass jeder im Team seine Innovationskraft und Lösungskompetenz in dieser Situation einbringt. Wir blicken nach vorne.“

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare zu diesem Artikel