Freisprechung unter Corona-Bedingungen

31 Müller feiern in Wittingen: „Mit Abstand die Besten“

Jens Kersten, Carsten Melchert und andere Honoratioren waren gekommen, um den neuen Müllern zu gratulieren.
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Jens Kersten, Carsten Melchert und andere Honoratioren waren gekommen, um den neuen Müllern zu gratulieren.

Wittingen – Drei Jahre lang haben 34 junge Menschen aus ganz Norddeutschland auf diesen Moment hingearbeitet. Drei Jahre, drei Hammerschläge und ein „Zu Glück, ihr jungen Müllersleut“ später war er nun gekommen – der Moment der Freisprechung.

31 Müllern überreichte Prüfungsausschutzvorsitzender Hubertus Nitzschke den Gesellenbrief. In Zeiten von Corona schien das für Prüfer, Prüflinge und Ausbilder fast schon wie ein kleines Wunder.

„Ich bin froh, dass Sie jetzt endlich weg sind“, begann Jens Kersten von den Berufsbildenden Schulen II des Landkreises Gifhorn (BBS II) seine Rede und sorgte für heiteres Gelächter im Wittinger Antik-Café. „Nicht, weil ich Sie nicht mag. Aber weil wir Sorge hatten, dass Sie die letzten zwei Wochen Ihres Lehrplans und die Gesellenprüfung nicht machen können.“

Dass die Corona-Pandemie auch etwas Positives hatte, machte Carsten Melchert (BBS II) deutlich: „Corona hat gezeigt, was für die Deutschen plötzlich wichtig war.“ Er ging auf die verschiedenen Lehrfelder sowie -tätigkeiten während der Ausbildung ein und stellte mit einem chinesischen Sprichwort die Bedeutung des Berufs in einer sich wandelnden Zeit wie dieser heraus: „Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“

Karsten Kreutzberg vom Landkreis Gifhorn bestärkte die neuen Müller darin, mutig in den neuen Abschnitt zu starten und weiter zu wachsen. Er wünschte sich für sie, dass wo auch immer sie in Zukunft sein werden, sie auch sein wollen.

Wittingens Stadtbürgermeister Andreas Ritter hatte die Hoffnung, dass sich die Müller in ihren neuen Betrieben an ihre Zeit in der Brauereistadt zurückerinnern und aktiv an der Berufsorganisation teilhaben. „Setzen Sie sich neue Ziele und mischen Sie sich ein“, appellierte er.

Das ließ sich Lehrling Lasse Meinecke nicht zwei Mal sagen. Im Namen der Schülerschaft hatte er dankende Worte und kleine Präsentkörbe für die Lehrkräfte der Berufsbildenden Schulen dabei.

„Ihr seid mit Abstand die Besten“, lobte Doreen Scharping vom Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) die angehenden Müller. Sie bedankte sich für deren Anstrengungen und auch bei allen Beteiligten sowie der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. mam

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