Kirchenvorstandswahl: Kandidaten sind in vielen Gemeinden nicht leicht zu finden

Mitmacher für 11. März gesucht

Hoffen auf genügend Kandidaten für die Kirchenvorstandswahl in ihren und anderen Gemeinden: Helmut Kramer (Ehra, v.l.), Manfred Hampe, Monika Krösche (beide Hankensbüttel), Johanna Wutkewicz und Olaf Klein (beide Wittingen). Foto: Boden
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Hoffen auf genügend Kandidaten für die Kirchenvorstandswahl in ihren und anderen Gemeinden: Helmut Kramer (Ehra, v.l.), Manfred Hampe, Monika Krösche (beide Hankensbüttel), Johanna Wutkewicz und Olaf Klein (beide Wittingen).
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Wittingen. Den Gang zur Wahlurne gab es für niedersächsische Bürger zuletzt mehrfach – und am 11. März nächsten Jahres dürfen die Menschen im Nordkreis schon wieder wählen, sofern sie Mitglied einer evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde sind.

Dann sind sechs Jahre rum, und die Kirchenvorstände müssen neu aufgestellt werden.

Für die Gemeinden beginnt deshalb so langsam die Kandidatensuche – und das ist, wie so oft im ehrenamtlichen Bereich, keine ganz leichte Aufgabe. „Wir können nicht behaupten, dass sie uns die Bude einrennen“, sagt Manfred Hampe, stellvertretender Vorsitzender im Hankensbütteler Kirchenvorstand. Helmut Kramer, Pastor in Ehra-Lessien und als stellvertretender Superintendent derzeit leitender Geistlicher im Kirchenkreis, geht davon aus, dass die schwierige Kandidatenfindung ein Problem ist, das viele Gemeinden innerhalb der Landeskirche Hannovers teilen.

Wer sich zur Kirchenvorstandswahl stellt, der sollte bereit sein, für sechs Jahre an der organisatorischen und auch geistlichen Leitung einer Gemeinde mitzuarbeiten. Hampe räumt ein, dass Verwaltungsfragen rund um Themen wie Friedhof, Gebäude, Personal und Finanzen viel Raum einnehmen.

Die Wittinger Pastorin Johanna Wutkewicz betont aber, dass es auf jeden Fall gewollt sei, dass auch die Ehrenamtlichen über die geistliche Ausrichtung und inhaltliche Schwerpunkte einer Kirchengemeinde mitentscheiden: „Da geht es nicht nur um den Geschmack der Pastoren.“ Die neue Kirchenverfassung, die derzeit in Hannover und an der Basis erarbeitet wird, wird diesen Aspekt voraussichtlich betonen. Ehrenamtliche, das betont auch Isenhagens Pastorin Monika Krösche, seien den Geistlichen in dieser Hinsicht gleichgestellt.

Kramer verweist darauf, dass die Kirchenvorständler in den Gemeinden in Fachfragen nicht auf sich allein gestellt sind. Beratung biete das Kirchenamt in Gifhorn.

Wie viele Kandidaten jeweils mindestens benötigt werden, damit der Wähler auch wirklich eine Wahl hat, das hängt von der Gemeindegröße ab und wird zudem durch Ermessensspielräume vor Ort geregelt. Das Eineinhalbfache der zu besetzenden Plätze sollte schon auf der Kandidatenliste stehen. Hankensbüttel (inklusive Obernholz und Dedelstorf rund 4500 Gemeindeglieder) hat bisher zehn Vorstandsmitglieder, nun sollen im März acht Vorstandssitze vergeben werden, davon sechs durch Wahl und zwei durch Berufung. Ähnlich soll es in Ehra (1000) und Brome/Tülau (2900) laufen.

Die Kirchengemeinden Wittingen und Ohrdorf kommen zusammen auf über 4000 Mitglieder und wollen gern bis zu 15 Plätze besetzen. „Wir überlegen im Dezember, ob wir das reduzieren wollen“, sagt Johanna Wutkewicz. Klar sei aber auch: Eine große Kirchengemeinde biete auch viele Aufgaben und brauche daher viele Mitstreiter.

In allen Gemeinden hofft man nun auf Kandidaten und/oder Vorschläge. Daran, dass sie wählen dürfen, werden die Wahlberechtigten spätestens ab dem 6. Februar erinnert, dann werden die Benachrichtigungskarten verschickt. Neu in diesem Jahr: Erstmals dürfen schon Gemeindeglieder mitwählen, die mindestens 14 Jahre alt sind. Für eine Kandidatur muss man allerdings mindestens 18 Jahre alt sein.

Von Holger Boden

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