Landvolk Gifhorn geht von nur wenigen Anträgen hiesiger Landwirte aus

Milchkrise: Hilfspaket wirkt nur kurz

Wie der Milchmarkt in Zukunft aussehen wird, ist ungewiss. Klar ist bisher: Die EU und der Bund versuchen, die Krise mit der Reduktion der Produktion zu lösen. Foto: dpa
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Wie der Milchmarkt in Zukunft aussehen wird, ist ungewiss. Klar ist bisher: Die EU und der Bund versuchen, die Krise mit der Reduktion der Produktion zu lösen.

Landkreis Gifhorn. Die Milchpreise sind seit längerem ein Streitthema. Der Wegfall der Milchquotenregelung 2015 hat diese Diskussion zusätzlich verstärkt. Nun soll ein Hilfspaket, das durch die EU und den Bund initiiert wurde, eine Linderung bringen.

Ein Teil des Hilfspakets besteht nach Angaben des Gifhorner Landvolks aus 150 Millionen Euro. Diese sollen zur Beihilfe für die Reduktion der Milchproduktion bereitgestellt werden. Heißt: Ab Mitte September können Milchbauern Anträge stellen, nach denen sie drei Monate lang 14 Cent für jeden nicht-produzierten Liter Milch bekommen.

„Die Zuschüsse bekommt nicht jeder Milchbauer, sondern nur die, die auch tatsächlich einen Antrag stellen – man kann das als eine Art Ausstiegsprämie betiteln.“, erklärt Landvolk-Geschäftsführer Klaus-Dieter Böse.

Aufgrund der kurzen Zeit. in der die Antragsteller die Zuschüsse beziehen können, stellt sich die Frage, ob diese Art der Hilfeleistung eine langfristige Lösung der Milchkrise ist. „Nein“, meint Böse, „auf keinen Fall. Diese 150 Millionen wird es einmalig geben. Die EU musste sich etwas überlegen, wie sie damit umgeht, und das hier war die Lösung.“

In einer Mitteilung des Landvolks Niedersachsen zum Hilfspaket heißt es, dass die Zeiträume, die zum Nachweis der Produktionsintensität herangezogen werden, in insgesamt vier Ausschreibungsphasen unterteilt werden. Der erste Referenzzeitraum reicht von Oktober bis Dezember 2015, und der anschließende, erste Reduzierungszeitraum gilt von Oktober bis Dezember 2016. Die vierte und letzte Ausschreibung enthält den Referenzzeitraum von Januar bis März 2016, und den Reduzierungszeitraum von Januar bis März 2017. Da nach Angaben des Landvolks die Ausschöpfung des Budgets von 150 Millionen Euro gleichzeitig das Ende des Programms bedeutet, rät es, die Antragstellungen möglichst im ersten Zeitraum zu tätigen.

Derweil sprach sich der Staatssekretär des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Hermann Onko Aeikens, öffentlich gegen die Alternative einer staatlichen Milchmengenregelung aus. Diese Meinung teilt Böse: „Von der staatlichen Milchmengenregelung halte ich gar nichts. Durch den Wegfall der Milchquote herrscht die Situation ‘Hohe Menge – Geringer Preis’ vor. Das muss sich erst einmal einspielen.“

Beim Hilfspaket sieht Böse wenig Andrang seitens der Milchbauern. Er schätzt, dass nur diejenigen Anträge stellen werden, die aufgrund der Milchkrise aufgehört haben oder ihre Produktion immens senken mussten. „Es wird auf keinen Fall jeder Milchbauer aufgrund der Zuschüsse seine Produktion reduzieren.“

Von Alina Pleuß

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