Michy Reincke macht den Regen vergessen

Immer gut für die Konzert-Atmosphäre: Ein bisschen Trockeneisnebel gehört einfach dazu. Fotos: Boden

bo Wittingen. Der immer mal wieder einsetzende Regen bescherte den Wittingern einen sehr norddeutschen Abend. Aber mit sowas kennt sich Michy Reincke als Hamburger Jung’ ja aus – und entsprechend wusste er sein Publikum auf dem Gänsemarkt bei Laune zu halten.

Als Reincke und seine Band beim Soundcheck gegen 21.30 Uhr den Felix-de-Luxe-Klassiker „Nächte übers Eis“ anstimmten, fragte sich mancher Zuschauer: Packt der jetzt schon die großen Hits aus? Dann war aber noch mal kurz Pause: Vor ihrem Gig hatten sich die Musiker ein Abendessen im Wittinger Tor verdient.

Als es dann pünktlich zum Konzertbeginn zu regnen begann, flüchtete sich ein Teil der Besucher, die ohne Schirm gekommen waren, unter die Kugelbäume, die den Gänsemarkt säumen. Möglich, dass mancher sich angesichts des begrenzten Schutzangebotes vielleicht Linden gewünscht hätte ...

Claudia, aus dem Publikum auf die Bühne geholt, hatte sichtlich Vergnügen beim Mundharmonikaspiel.

Michy Reincke jedenfalls bat passenderweise gleich im ersten Song: „Bleib heute Nacht bei mir“. Den Gefallen taten ihm die Wittinger dann auch, und der Hamburger regte schon mal an, wie die Zuschauer sich verhalten könnten, wenn gegen Ende der Konzerts dann der Gassenhauer „Taxi nach Paris“ an die Reihe kommen würde: „Es ist üblich, dass dabei am Schluss das Publikum in Unterwäsche auf den Bänken steht.“ Zu solch erfrischender Selbstironie fuhr die Band dann gleich als zweites mal den Reincke-Solo-Hit „Valerie, Valerie“ auf, und als wenig später bei „Für immer blond“ auch noch die blonde Claudia aus dem Auditorium von Reincke auf die Bühne gebeten wurde und das Lied an der Mundharmonika verzierte, war klar: That’s entertainment – hier geht heute Abend nichts mehr schief. Und was hat der Mann mit der markanten Stimme doch alles für perlende Melodien geschrieben...

„Nächte übers Eis“ wurde dann auch bald geliefert, und die Live-Version 2011 steigerte sich zu einem veritablen Rocker. Logisch, dass auch das „Taxi nach Paris“ vorfuhr (dass keine Unterwäsche gesichtet wurde, lag wohl an der Witterung), und bei den Zugaben gab’s ein Wiedersehen mit dem kultigen „Eddie“, der bekanntlich „wieder da“ ist.

Am Ende musste Reincke Überstunden machen: Wohl rund 30 Wittinger machten Autogrammwünsche geltend – und hatten dafür zum Teil sogar ihre alten Vinyl-Platten mitgebracht.

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