Stadt Wittingen: Einwohnerzahl sinkt gegenüber Ende 2016

90 mehr Todesfälle als Geburten

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Einen demografischen Silberstreif am Horizont sieht die Stadt Wittingen derzeit nicht: Der Geburtensaldo ist deutlich negativ, die Stadt ist auf Zuzüge angewiesen.

Wittingen. Auch der Zuzug von Flüchtlingen hält derzeit nicht den Rückgang der Einwohnerzahlen in der Stadt Wittingen auf. 712 Ausländer mit Hauptwohnsitz – darunter befinden sich auch die Geflüchteten – waren zum Stichtag 31. Dezember 2017 registriert, das sind 26 mehr als vor Jahresfrist. Die Gesamtzahl der Einwohner mit Hauptwohnsitz fiel dennoch von 11 732 auf 11 673.

Dafür ist in erster Linie der bedrückend negative Saldo von Geburten und Sterbefällen verantwortlich. Während es nach Angaben aus dem Rathaus in den Reihen der Menschen im Stadtgebiet 164 Todesfälle gab, wurden den Familien in den 25 Ortschaften der Stadt nur 74 neue Erdenbürger geboren. 2016 hatte es immerhin noch 110 Geburten gegeben.

Die Tendenz der Einwohnerzahlen ist denn auch in 13 Orten rückläufig, in drei Fällen stagnieren sie. Mitunter ist angesichts der naturgemäß volatilen Flüchtlingszahlen schwer zu sagen, wie nachhaltig eine Entwicklung ist: Kakerbeck, wo viele Geflüchtete im früheren Kinderheim leben, hat beispielsweise derzeit 135 Einwohner, darunter 42 Ausländer mit Hauptwohnsitz.

Den größten Zuwachs hat der Hauptort Wittingen verzeichnet: 4726 Einwohner bedeuten ein Plus von 28. Allerdings ist hier auch die Zahl der ausländischen Mitbürger von 348 auf 392 gestiegen – ohne Flüchtlingszuzug wäre die Zahl also geschrumpft.

Knesebeck bleibt mit 2683 Einwohnern unangefochten zweitgrößter Ort im Stadtgebiet, verliert aber gegenüber dem Ende des Vorjahres – da waren es noch 2722 – immerhin 39 Bürger. Der drittgrößte Ort Radenbeck meldet einen Zuwachs um eine Person und hat jetzt 557 Einwohner.

In Vorhop macht sich offenbar das nach vielen Jahren nun immer mehr gefüllte Baugebiet bemerkbar: Ohne den Effekt von Flüchtlingszahlen steigt die Zahl hier von 509 auf 518 Einwohner. Ohrdorf fällt mit 397 Menschen (-12) unter die 400er Marke.

Küstorf fällt von 69 auf 61 und verliert damit fast 12 Prozent seiner Einwohner. In den übrigen kleineren Orten sind die Bewegungen nach oben oder unten meist eher unauffällig. Eutzen hat jetzt 76 Einwohner (+4), in Boitzenhagen leben 238 Menschen (-4). Kleinstes Dorf bleibt Wollerstorf (26 Einwohner; -5).

Nach der Einwohnerstatistik, die die Verwaltung jetzt veröffentlicht hat, gab es einen leichten Zuwachs bei jenen, die sich Wittingen als Nebenwohnsitz ausgesucht haben: Ihre Zahl stieg von 702 auf 710.

Von Holger Boden

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