Qualifizierungskurs für Tagespflegepersonen kommt ab Oktober in den Nordkreis

Mehr Nähe, mehr Tagesmütter für Wittingen

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Tagesmütter bieten eine Alternative, wenn der Kindergarten voll oder zu weit weg ist.

Wittingen. Kita-Plätze sind begehrt – und (nicht nur) in der Stadt Wittingen ein knappes Gut. Dabei muss es gar nicht immer der offizielle Kindergarten sein: Die Politik versucht seit Jahren, die Kindertagespflege als weiteres Standbein der Kinderbetreuung zu etablieren.

Im Nordkreis klappt das noch nicht im gewünschten Umfang, weil es an ausreichend Tagesmüttern fehlt. Das soll sich jetzt ändern.

Ein Haken bisher: Wer „qualifizierte Tagespflegeperson“ werden will – auch Männer dürfen das –, der muss in 160 Unterrichtsstunden ein entsprechendes Zertifikat erwerben. Denn ohne nachgewiesene Eignung soll niemand auf den betreuungsbedürftigen Nachwuchs losgelassen werden. Für Interessierte aus dem Nordkreis bedeutete der Erwerb der Tagespflege-Lizenz bislang aber einen immensen Aufwand: Die 160 Unterrichtsstunden mussten in Gifhorn absolviert werden. „Für Nordkreisler ist das oft schwer zu bewältigen“, weiß Wittingens Erster Stadtrat Peter Rothe.

Die bisherigen Zahlen sprechen Bände: Nach Angaben des DRK-Kindertagespflegebüros, bei dem im Landkreis die Fäden zusammenlaufen, sind in Hankensbüttel 5 ausgebildete Tagesmütter gemeldet, davon sind 3 aktiv. In Wittingen sind es 7, von denen 4 aktiv sind. In Brome sind es immerhin 8, und dort sind ebenso wie in Wesendorf, wo sogar 17 gemeldet sind, alle aktiv. Je dichter eine Kommune an der Kreisstadt liegt, umso mehr Tagesmütter haben sich ausbilden lassen.

Daher kommt das Angebot vielerorts nicht mit den Bedürfnissen der Eltern mit: „Die Nachfrage viel höher als das, was wir abdecken können“, sagt Anna Simmerle vom Kindertagespflegebüro. „Gerade im Nordkreis.“

Rothe findet, dass insbesondere in kleinen Orten eine Tagesmutter, die drei, vier Kinder betreut, das städtische Betreuungsangebot passgenau ergänzen könnte. Die Stadt Wittingen hat deshalb die Initiative ergriffen, die Ausbildung zur Tagespflegeperson in den Norden zu holen. Das Ziel: mehr Interessenten durch kürzere Wege. Kooperationspartner bei dem Kursangebot sind die KVHS, das DRK, der Landkreis Gifhorn und der Bundesverband für Kindertagespflege.

Mitte Oktober soll die Ausbildung starten. Die zeitlichen Rahmenbedingungen sind noch flexibel gestaltbar und sollen im Vorfeld im Rahmen eines Informationsabends im September festgelegt werden. Der Stundenplan ist vielfältig und vermittelt Kenntnisse über die Bedürfnisse von Kindern und den Umgang mit Konflikten, rechtliche Aspekte und steuerrechtliche Grundlagen, den Einsatz kreativer Elemente im Betreuungsalltag und vieles mehr.

Die Ausbildung endet mit einer Prüfung und ist für die Teilnehmer „weitestgehend kostenfrei“, wie es in einem Info-Blatt der KVHS heißt. Der Kurs wird mit Mitteln des Landes Niedersachsen und des Landkreises finanziert.

Anmeldungen für den Qualifizierungskurs sind ab sofort möglich. Ansprechpartner dafür ist das DRK-Kindertagespflegebüro, Am Wasserturm 5 in 38518 Gifhorn, (05371) 804430, kindertagespflege@drk-gifhorn.de. Infos zur Ausbildung gibt es auch bei der KVHS unter (05371) 82432 oder 82433.

Von Holger Boden

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