Unabhängig vom Landkreis-Projekt

Mehr Bandbreite in Wittingen: 100 MBit/s für 2000 Haushalte

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In Wittingen sausen die Bits ab Oktober auch durch Glasfaserkabel.

Wittingen. 2000 Haushalte in Wittingen sollen bis Oktober schnelleres Internet bekommen. Die Deutsche Telekom hat angekündigt, ihr Netz im Vorwahlbereich 05831 auszubauen und Bandbreiten von bis zu 100 MBit pro Sekunde im Download zur Verfügung zu stellen.

Mit den Plänen des Landkreises, kreisweit durch einen Glasfaserring ein schnelleres Netz zu schaffen, konkurriert dieses Vorhaben nicht. Die Telekom will für ihr Projekt im Bereich Wittingen rund 15 Kilometer Glasfaser verlegen und 11 Verteilerkästen neu aufstellen oder modernisieren. Die Glasfaserleitungen sollen die Kupferkabel zwischen örtlicher Vermittlungsstelle und Verteiler ersetzen, dies soll „erheblich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten“ ermöglichen. In den grauen Kästen am Straßenrand wird das Lichtsignal in ein elektrisches Signal umgewandelt und von dort per Kupferkabel in die Haushalte übertragen (FTTC). Durch Vectoring sollen die Metallkabel schneller werden. Faustformel laut Telekom: Je dichter ein Kunde am Verteilerkasten wohnt, desto schneller ist sein Anschluss. Im Upload sollen bis zu 40 MBit/s erreicht werden.

Mit den Vorbereitungen des Landkreises Gifhorn für einen „Backbone“ (Rückgrat) aus Glasfaser haben die Pläne der Telekom nichts zu tun – und sie machen dem Kreis-Projekt, das letztlich auf Resonanz der avisierten Haushalte angewiesen ist, auch keine potenziellen Kunden abspenstig. „Die Ausbauabsichten der Telekom betreffen im Fall der Stadt Wittingen nur Bereiche außerhalb der weißen Flecken und stehen somit nicht im Konflikt mit dem Landkreisprojekt“, erklärt Landrat Dr. Andreas Ebel. Der Landkreis begrüße es im Gegenteil grundsätzlich, wenn Telekommunikationsunternehmen in den Ausbau ihrer eigenen Netze investieren.

Die weißen Flecken, die der Backbone per FTTB-Ausbau (Glasfaser bis ins Haus) erschließen soll, sind Bereiche, für die keine Aussicht bestanden hätte, bis etwa Anfang 2019 mit mindestens 30 MBit/s versorgt zu werden. Der Kreis hatte solche Pläne Anfang 2016 im Zuge eines Markterkundungsverfahrens bei den Telekommunikationsunternehmen abgefragt.

Was man beim Landkreis hingegen nicht lustig fände, wären nachträgliche Ausbauabsichten von Netzbetreibern in weißen Flecken. Solche Vorhaben, so Ebel, könnten die Planungen der Kommunen bedrohen und deren Ausbauprojekte letztlich sogar zum Scheitern bringen. Bekannt sei solch ein Fall im Landkreis Gifhorn aber bisher nicht. Nach Angaben des Landrats hat das Bundesverkehrsministerium gerade mit der Telekom ein Einvernehmen unterzeichnet, das solches „Wildern“ verhindern soll, und das bei Bedarf auch auf andere Anbieter übertragen werden könne.

Von Holger Boden

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