Letztes Wort steht noch aus

Nein zu Ohrdorfer Vorhaben: Mast-Pläne vorerst abgelehnt

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Masthähnchen zwischen Artgenossen im Maststall.

Wittingen/Ohrdorf – Der Wittinger Bau- und Umweltausschuss hat am Montagabend die Aufstellung eines Bebauungsplanes für zusätzliche Mastställe bei Ohrdorf abgelehnt. Die Entscheidung fiel mit 5:3 Stimmen, nur die drei CDU-Vertreter waren dafür.

Ralf Beyer vom grünen Koalitionspartner stimmte mit den Ausschussmitgliedern von SPD und FWG gegen das Vorhaben.

Das Votum ist noch nicht das endgültige Aus für das Ohrdorfer Projekt: Als nächstes wird sich der Verwaltungsausschuss damit beschäftigen, dort können sich theoretisch andere Mehrheiten ergeben. Voraussichtlich wird das letzte Wort der Stadtrat haben.

Parallel läuft ein Flächennutzungsplan-Verfahren, das nach Angaben der Stadtverwaltung fast abgeschlossen ist. Sollte doch noch ein Bebauungsplan aufgestellt werden, dann würde danach noch ein Prüfungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz folgen, für das der Landkreis Gifhorn zuständig wäre.

Andrea Harms (FWG) bemängelte, dass es in den Unterlagen für das B-Plan-Verfahren zum Teil um andere Sachverhalte gehe als beim Flächennutzungsplan, der dem Ausschuss 2018 vorgelegen habe. Unter anderem sei die Fläche, um die es gehe, deutlich vergrößert worden. Auch ihr Fraktionskollege Klaus Palluck monierte: „Das ist nicht das, was wir verabschiedet haben.“

Grünen-Ratsherr Beyer übte grundsätzliche Kritik am System der Massentierhaltung: „Es ist Zeit für eine ganz andere Agrarpolitik.“ Hans-Heinrich Koch (SPD) störte sich an der sukzessiven Entwicklung derartiger Vorhaben, die zuerst als privilegierte landwirtschaftliche an den Start gingen und sich dann zu großen gewerblichen Standorten entwickelten: „Es wird immer größer.“

Unterstützung für das Vorhaben der Ohrdorfer Ohre-Hähnchen Bioenergie kam von Walter Schulze (CDU): „Wir haben den F-Plan auf den Weg gebracht, und ich sehe keinen wesentlichen Grund, nun davon abzuweichen.“ Es sei nichts Verwerfliches daran zu erkennen, wenn ein Investor ein Gewerbegebiet beantrage. Dieser könne von der Stadt Verlässlichkeit erwarten. Der Ausschussvorsitzende Karl-Heinz Brandes (CDU) verwies auf die Vorteile der Bündelung von Betriebsprozessen, die der Ohrdorfer Standort mit der Biogasanlage und den Hähnchenställen biete: „Das bedeutet weniger Verkehr.“

In der Einwohnerfragestunde äußerten einige Zuhörer Bedenken hinsichtlich der Massentierhaltung.

VON HOLGER BODEN

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