Neunjähriger Knesebecker wartet auf Therapiehund Belle / Über 99funken.de kann jeder helfen

Marcels Herzenswunsch

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Marcel und Belle haben längst schon Freundschaft geschlossen. Nun liegt es noch am Geld, ob die Hündin auch tatsächlich zu dem Neunjährigen nach Knesebeck kommt.

Knesebeck. Der kleine Marcel aus Knesebeck freut sich schon ungemein auf den März – denn im März kommt Belle. Belle soll dem Jungen, der am fetalen Alkoholsyndrom leidet, als Begleithund zur Seite stehen.

Seine Pflegefamilie muss dafür allerdings noch eine finanzielle Hürde meistern. Über ein Internetportal kann dabei jetzt jeder helfen.

Das fetale Alkoholsyndrom (Fetal Alcohol Spectrum Disorder, FASD) bezeichnet eine Behinderung durch eine Störung des zentralen Nervensystems, die durch Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft ausgelöst wird. Marcel wird deshalb dauerhaft auf Betreuung angewiesen sein.

Bei dem Neunjährigen, der derzeit bei der Lebenshilfe die 3. Klasse besucht, äußert sich das Syndrom auch in einer ausgeprägten Angststörung. „Marcel traut sich zum Beispiel nicht allein durchs Haus“, sagt seine Pflegeschwester Emma Wrede. „Er kann allein nicht schlafen und hat viel innere Unruhe.“

Da kommt nun Belle ins Spiel: Bei der Hündin handelt es sich um einen Australian Shepherd, eine Rasse, die als sehr gelehrig gilt. Belle wird seit zwei Jahren von einem Züchter bei Rostock auf ihre Aufgabe in Knesebeck vorbereitet. Marcel hat das Tier schon kennengelernt. „Die beiden haben gleich Freundschaft geschlossen“, berichtet die Pflegemutter des Jungen, Bianca Ohlrogg.

Die Hündin, so ist es geplant, soll dem Neunjährigen zu mehr Selbstständigkeit im Alltag verhelfen, ihn beim Spielen im Garten wie auch beim Einschlafen begleiten, ihm Sicherheit geben, ihn beruhigen. Dass das klappt, das haben die bisherigen Begegnungen gezeigt, sagt Emma Wrede: „Marcel weiß, dass der Hund kommen soll, er freut sich drauf.“

Belle und ihre Ausbildung werden die Pflegefamilie 25 000 Euro kosten, inklusive der späteren Betreuung und Nachbereitung durch den Züchter. Sehr viel Geld für Bianca Ohlrogg und ihre Angehörigen. Dank „toller Unterstützung“ sind, wie sie berichtet, bisher schon 15 000 Euro angesammelt.

Für einen Teil der restlichen 10 000 Euro setzt die Familie nun auf Crowdfunding über das Internetportal „99 Funken“, das von der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg betreut wird. Dort ist Marcels Anliegen seit elf Tagen online, als Spendenziel sind 3000 Euro ausgegeben worden, und damit das Geld nicht an die Spender zurückfällt, müssen mindestens 2000 Euro eingehen. „Von diesen 2000 Euro sind bisher 72 Prozent erreicht worden“, sagte Emma Wrede, die sich sehr für ihren Pflegebruder einsetzt, gestern.

Bis zum 18. Februar ist noch Zeit, damit mindestens 100 Prozent draus werden. Wenn noch mehr Spenden eingehen sollten – umso besser. „Die 3000 Euro wären für uns ein großer Schritt“, sagt Pflegemutter Bianca Ohlrogg.

Wer das Anliegen unterstützen will, kann unter www.99funken.de/marcels-herzenswunsch dafür spenden. Wer online nichts Finanzielles abwickeln möchte, der kann sich auch an eine Filiale der Sparkasse wenden.

Von Holger Boden

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