Knesebecker rettet Krebspatientin mit seiner Stammzellen-Spende das Leben

„Man zittert schon mit“

Im Februar hatte Marco Lehner Blutstammzellen für eine 58-Jährige gespendet, die an Krebs erkrankt war. Jetzt erhielt er die erlösende Nachricht: Der Frau geht es wieder gut.

Knesebeck. Sie ist 58 Jahre alt und lebt in Frankreich. Mehr weiß der Knesebecker Marco Lehner aber nicht über die Frau. Und doch sind er und sie in einer Schicksalsgemeinschaft verbunden. Denn Lehner hat am 7.

Februar Blutstammzellen für die an die Lymphdrüsenkrebs erkrankte Französin gespendet (das IK berichtete). Jetzt hat die Deutsche Knochenmarkspenderdatei dem 39-Jährigen das Ergebnis der Transplantation mitgeteilt: Die Patientin ist dank Lehners Spende gerettet worden. „Das ist eine tolle Nachricht, ich freue mich sehr für sie“, sagt Lehner dem IK.

Eigentlich liegt die statistische Wahrscheinlichkeit, dass die Gewebemerkmale eines Stammzellen-Spenders mit dem des Empfängers übereinstimmen, nur bei etwa eins zu 20 Millionen. Doch bei Marco Lehner landete die DKMS nach intensiven Tests einen echten „Volltreffer“. Und so wurden dem Knesebecker in einer Spezialabteilung des Klinikums Hameln Stammzellen aus seinem Blut gefiltert und einige Tage später der Krebspatientin transplantiert.

Vor kurzem traf der Brief mit der erlösenden Nachricht bei Lehner ein – und ihm fiel ein Stein vom Herzen. „Der Frau geht es wieder sehr gut. Sie ist inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden, und sämtliche Nachuntersuchungen sind bei ihr positiv verlaufen“, berichtet er erfreut. Doch als er den Brief der DKMS öffnete, war er schon ein wenig aufgeregt. „Man zittert ja schon mit, ob alles gut wird“, verrät er.

Gerne würde Lehner die Empfängerin seiner Stammzellen-Spende kennen lernen und ihr alles Gute wünschen, doch das verbietet der französische Gesetzgeber. Auch persönliche Daten der Frau – außer ihrem Alter – dürfen dem Knesebecker nicht mitgeteilt werden. Ebenso weiß die Französin nur, dass der Spender ein 39-jähriger Deutscher ist. Allerdings kann Lehner einen Brief an die DKMS schreiben. „Der wird dann an die Frau weitergeleitet, aber alle persönlichen Daten von mir werden daraus entfernt“, bedauert Lehner.

Er hofft, dass sich möglichst viele Menschen in der DKMS-Kartei registieren lassen. Der Test verläuft ganz einfach über eine Speichelprobe. „Es ist sehr wichtig, dass man sich dafür engagiert, denn Krebs kann jeden treffen“, sagt Lehner. „Mit seiner Spende kann man Leben retten, und das ist eine tolle Sache.“

Von Bernd Schossadowski

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