Neue Initiative für bessere Straße von Erpensen in Richtung Reddigau

Lückenschluss an Landesgrenze?

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Setzen sich für eine bessere Verbindung an der Landesgrenze ein: Friedrich Lührs (v.l.), Hermann Lahmann, Hans-Jürgen Stümpel und Dietmar Schulz.

Erpensen/Reddigau. Das vieldiskutierte kleine „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit“ zwischen Erpensen und Reddigau könnte bald Wirklichkeit werden – vielleicht sogar in diesem Jahr.

Es gibt Anzeichen, dass die Stadt die maroden 1,4 Kilometer Wirtschaftsweg vor der Landesgrenze in nicht allzu ferner Zukunft ausbaut.

Auch wenn das Holzschild eher provisorisch wirkt: In Reddigau legt man Wert auf die Straße nach Erpensen.

Beschlossen ist freilich nichts – doch von zwei Seiten der Wittinger Politik wird der Wille bekundet, die Nebenstrecke in die Altmark auch auf niedersächsischer Seite leistungsfähiger zu gestalten. Friedrich Lührs (FWG), Vorsitzender des Verkehrsausschusses, und CDU-Stadtratsmitglied Hermann Lahmann waren sich jüngst in Reddigau bei einem Treffen mit ihren altmärkischen Gesprächspartnern über den Handlungsbedarf einig.

Gastgeber war der ehemalige Wirtschaftsbeauftragte des Landkreises Gifhorn, Hans-Jürgen Stümpel, der seit einem halben Jahr in der Altmark lebt. Er ist von politischen Akteuren aus der Gemeinde Diesdorf um Unterstützung gebeten worden und hat ein paar Kontakte bemüht. Aus dem Wirtschaftsministerium in Hannover hat er erfahren: Die Stadt könnte wohl mit einem Zuschuss des Landes rechnen, wenn sie die Strecke ausbaut.

Die hat zurzeit den Status eines Wirtschaftsweges, während die Verbindung von der Landesgrenze bis Reddigau – schmal, aber im Prinzip schlaglochfrei – sogar als Kreisstraße geführt wird. Das wollte Wittingen auf niedersächsischer Seite auch erreichen. Der Landkreis hat die Aufstufung allerdings dankend abgelehnt (das IK berichtete), die Sache ist ad acta gelegt.

Heißt also: Wenn ausgebaut wird, dann auf städtische Initiative. Für Lührs hätte das „hohe Priorität“, und auch Lahmann hofft, dass sich das Projekt politisch durchsetzen lässt.

Ziemlich schmal und ziemlich kaputt: der Weg von der Erpensener Sandkuhle zur Landesgrenze. Der nächste Ort, Reddigau, ist denn auch nur verschämt auf einem alten Wegestein ausgeschildert.

In der Altmark ist das Interesse daran groß: Dietmar Schulz, Mitglied im Diesdorfer Gemeinderat, sieht einen Einzugsbereich von zehn Orten, deren Einwohner die Strecke regelmäßig nutzen – als Pendler, oder um in der Brauereistadt einzukaufen. Er verweist auf eine Zählung der Stadt, die vor einiger Zeit 100 bis 150 Fahrzeuge pro Tag ergeben hat.

Stümpel sieht deshalb auch ein wirtschaftliches Interesse der Stadt an einer gut ausgebauten Verbindung nach Reddigau – schließlich bringe sie Kunden und Beschäftigte nach Wittingen. Und die beiden Landwirte Lührs und Lahmann verweisen auf landwirtschaftlichen Verkehr, der mit seinen großen Maschinen den in den 70er Jahren auf drei Meter Breite angelegten löchrigen Weg überfordere. Für Begegnungsverkehr wird es bei Maistransporten eng.

Eine Kostenschätzung gibt es nicht. Bei Kosten von 60 bis 70 Euro pro laufendem Meter könnten knapp 100 000 Euro herauskommen. Ob Lührs und Lahmann die übrige Stadtpolitik hinter sich versammeln können, wird sich voraussichtlich im März zeigen – dann kommt im Zuge einer Bereisung der Ausbau der Wittinger Wirtschaftswege und Ortsverbindungen auf die Agenda, dann tagt auch der Verkehrsausschuss.

Von Holger Boden

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