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Lübener TSFW offiziell in Dienst gestellt – nach 29 Einsätzen

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Von: Burkhard Ohse

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Das neue Tragkraftspritzenfahrzeug (TSFW) der Lübener Feuerwehr.
Nach der offiziellen Übergabe wurde das Fahrzeug genau unter die Lupe genommen. © Ohse, Burkhard

Lüben – Den großen Schlüssel übergab Stadtbürgermeister Andreas Ritter zunächst an Stadtbrandmeister Heinrich Kruse, der ihn dann an Lübens Ortsbrandmeister Holger Dörheide weitergab – für die offizielle In-Dienst-Stellung des neuen wasserführenden Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSFW).

Den kleinen, echten Fahrzeugschlüssel hatte Dörheide allerdings schon. Denn die Neuanschaffung mit dem Funknamen Florian Gifhorn 154017 steht bereits seit zwei Jahren im Feuerwehrgerätehaus und hat auch schon 29 Einsätze hinter sich. Die Pandemie hatte eine offizielle Übergabe bisher verhindert.

Die wollte man sich aber nicht nehmen lassen, denn das neue Auto ist etwas Besonderes im Stadtgebiet, nicht nur für den Ort. „Es ist das erste wasserführende TSF für eine Wehr mit Grundausstattung in der Stadt“, erklärte Ritter. Und das biete viele Vorteile. Denn statt zunächst eine unter Umständen lange Wasserversorgung aufzubauen, kann gleich gelöscht werden.

Der 750-Liter-Tank ist mit 600 Litern Wasser gefüllt. Die übrigen 150 Liter fallen dem zulässigen Gesamtgewicht zum Opfer. Denn der Wagen bringt mit Zusatzausrüstung und Besatzung 7,49 Tonnen auf die Waage – eine Gesamtmasse, die gerade noch mit dem alten Führerschein der Klasse 3 oder mit einem Führerschein der Klasse B und einem Feuerwehrführerschein bewegt werden darf.

Das TSFW habe schon gute Dienste geleistet, erklärte Dörheide. Letztens brannte ein Komposthaufen, eine längere Wasserversorgung wäre vonnöten gewesen. Durch den Wassertank war der Brand schnell gelöscht und die nahe stehenden Gebäude wurden vor Schaden bewahrt. Dörheide verwies auf erhöhte Brandlasten im Ort durch landwirtschaftliche Betriebe, die Erdölsammelstelle, den Wald und die Gastronomie.

Exakt vier Jahre vor der nun erfolgten Übergabe war der Antrag für ein neues Fahrzeug gestellt worden. Das alte TSF von 1987 war in die Jahre gekommen. Exakt vor zwei Jahren, am 27. August 2020, wurde das Auto dann aus Görlitz vom dortigen Ausrüster geholt und in Dienst gestellt. Das Fahrgestell ist von MAN, der Aufbau nach Wunsch und Erfordernissen der Ortswehr von der Firma BTG, die die Ausschreibung gewonnen hatte, wie Kruse erläuterte.

Knapp 180 000 Euro hat das neue Fahrzeug gekostet, das auch mit Löschschaum ausgerüstet ist. Als nächste sollen die Wehren in Gannerwinkel und Schneflingen solch ein TSFW erhalten, sagte Ritter. Sorgen bereiten dabei die immer stärker steigenden Kosten und die langen Lieferzeiten. Insgesamt hat die Stadt in den letzten Jahren fünf Großfahrzeuge und sieben TSF für Kosten in Millionenhöhe beschafft, allen voran die neue Drehleiter für die Wittinger Schwerpunktwehr.

Auch in die Gerätehäuser und Schutzausrüstung wurde investiert, sagte Ritter: „Die Beschaffungsbilanz kann sich sehen lassen.“

Die Ortswehr lobte er für das große Engagement. „Das TSFW ist hier in guten Händen.“ 27 Prozent der Dorfbevölkerung sind bei den Aktiven, insgesamt 33 Leute. Und die Mitgliedertendenz ist steigend.

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