Inka Drögemüller übernimmt große Aufgabe im „Big Apple“

Von Lüben nach New York

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Mehr als 7,3 Millionen Besucher zwischen Juli 2017 und Juli 2018: das Metropolitan Museum of Art.

Lüben/New York – Eine ehemalige Lübenerin wechselt in die Chefetage eines der berühmtesten Museen der Welt.

Inka Drögemüller wird ab April den neugeschaffenen Posten der stellvertretenden Leiterin für Digitales, Lehre, Veröffentlichungen, Bilder und Bibliotheken am Metropolitan Museum of Art in New York bekleiden.

Seit 2016 war sie Vizedirektorin der Frankfurter Schirn Kunsthalle und seit 2018 Mitglied der Geschäftsleitung des Städel Museums in der Main-Metropole. Das New Yorker „Met“ verzeichnete im Jahr 2017/18 mehr als 7 Millionen Besucher. IK-Redakteur Holger Boden im Dialog mit der Kunstexpertin, die auch die Kulturszene ihrer alten Heimat nicht aus dem Blick verloren hat.

Welches werden Ihre Aufgaben in New York sein, und wie hat man sich Ihren Alltag dort vorzustellen?

Inka Drögemüller

Am Metropolitan Museum of Art bin ich als „Deputy Director for Digital, Education, Publications, Imaging, and Libraries“ für diese fünf Abteilungen verantwortlich und die Schnittstelle zum Direktor, Max Hollin. In all diesen Abteilungen geht es im Wesentlichen um Wissensvermittlung – analog wie auch digital. Die voranschreitende Digitalisierung hilft uns dabei, möglichst viele Menschen zu erreichen und über die Inhalte der Sammlungen, Ausstellungen und Veranstaltungen des Met zu informieren.

Geht mit dem Met so etwas wie ein Lebenstraum in Erfüllung?

Das Metropolitan Museum of Art ist eines der ganz wenigen Universalmuseen der Welt, mit einer enzyklopädischen Sammlung auf allerhöchstem Niveau. Für diese Institution zu arbeiten, mit ihrer herausragenden Sammlung von über 1 Million Objekten und den großartigen Kollegen vor Ort, das ist ganz sicher eine einzigartige Aufgabe und gleichzeitig auch eine große Herausforderung. Und ja, es ist auch ein Traum, der in Erfüllung geht.

Welche Ziele wollen Sie dort erreichen?

Wie bereits in Frankfurt am Städel Museum, der Liebieghaus Skulpturensammlung oder der Schirn Kunsthalle geht es auch am Metropolitan Museum of Art darum, ein möglichst breites Publikum zu erreichen. Dabei ist das Ziel, auch im digitalen Zeitalter dem Bildungs- und Vermittlungsauftrag von Museen als Kulturinstitutionen umfassend gerecht zu werden und diese entsprechend ihrer gesellschaftlichen Relevanz zu öffnen.

Wie schafft man es auf solch eine Position?

Nach meinem Abitur am Gymnasium in Hankensbüttel im Jahr 1989 war ich das erste Mal für einen Sommeraustausch in den USA, damals in New York und Florida. Nach meiner Rückkehr machte ich zunächst eine Ausbildung als Wirtschaftskorrespondentin in Hannover, bevor ich dann in Berlin an der Universität der Künste Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation sowie Kunst- und Kulturwissenschaften studierte.

Eine breite akademische Grundlage ...

Ein einzigartiger Studiengang, der mich sehr früh in ein künstlerisches Umfeld geführt hat. Nach meinem Diplom arbeitete ich dann in der Kunstberatung und im Kunsthandel – für längere Zeit auch in New York. Dort habe ich Max Hollein kennen gelernt, der damals am Guggenheim Museum tätig war.

Mit seinem Wechsel nach Frankfurt kam auch ich an die Schirn Kunsthalle, wo ich zunächst die Bereiche Marketing/Kommunikation und Sponsoring aufgebaut habe – ab 2006 dann auch für das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung. Darüber hinaus war ich für internationale Ausstellungskooperationen der drei Frankfurter Institutionen zuständig sowie für zahlreiche Sonderprojekte.

War es ein Pluspunkt, schon früher in New York gelebt zu haben?

Ich denke, ausschlaggebend war meine langjährige Erfahrung im Museumsbereich. Aber natürlich ist es hilfreich, wenn die Stadt, in der man arbeitet, einem bereits vertraut ist und man sich auf die neuen beruflichen Herausforderungen konzentrieren kann.

Der Wittinger Kulturverein setzt gezielt auch junge Künstler aus der Region in Szene, die Lübener Werkstattwoche wächst und gedeiht. Verfolgen Sie diese lokale Kulturszene in Ihrer alten Heimat noch?

Der Wittinger Kulturverein, damals unter der Leitung von Ursula Brüns, hat mich 2013 für die 12. Internationale Werkstattwoche als wissenschaftliche Begleitung eingeladen. Das habe ich mit Freude übernommen und damit hat sich auch für mich ein Kreis geschlossen. Eine Woche lang 24 Künstlerinnen und Künstler aus 12 Ländern zum Leitmotiv „Grenzen – grenzenlos?“ in meinem Heimatort Lüben zu begleiten, war eine sehr intensive Erfahrung. Eine tolle und unterstützenswerte Initiative!

VON HOLGER BODEN

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