Lob, Kritik und Wünsche

Gerd Kuhlmeyer aus Wittingen spricht heute bei der VW-Hauptversammlung in Berlin

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Auch dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG, Matthias Müller, will der Wittinger Gerd Kuhlmeyer bei der heutigen VW-Hauptversammlung Lob für das Rekordjahr 2017 aussprechen.

Wittingen/Berlin. Nicht zum erstem Mal steht Gerd Kuhlmeyer am Rednerpult bei der VW-Hauptversammlung. Der Wittinger ist Vorsitzender der Gemeinschaft der VW-Belegschaftsaktionäre und spricht auch heute wieder vor gut 3500 Aktionären und dem Vorstand.

„Zum fünften oder sechsten Mal“, wie er im IK-Gespräch sagt. „Doch eine gewisse Anspannung bleibt.“

Gerd Kuhlmeyer

Schließlich herrschen zahlreiche formelle Vorgaben auf der Hauptversammlung. „Es ist vergleichbar mit der Jahreshauptversammlung eines Sportvereins. Aber mit mehr Formalien und eventuell auch rechtlichen Konsequenzen“, erklärte Kuhlmeyer schmunzelnd. Etwa die Zeitvorgabe: Auf zehn Minuten ist die Redezeit beschränkt. „Nach neun Minuten beginnt eine rote Lampe zu blinken“, schildert der Wittinger. „Dann sollte man echt zum Punkt kommen.“ Kuhlmeyer hat daher ein elfseitiges Skript vorbereitet.

„Wir verstehen uns als Sprachrohr der VW-Belegschaft, auch der ohne Aktien“, betont Kuhlmeyer. „Daher ist es wichtig, dass einige Dinge angesprochen werden.“ Etwa die Dieselthematik. „Was da passiert ist, ist unverzeihlich und man muss auch unbedingt weiter daran arbeiten“, so Kuhlmeyer. „Aber es ist eine Entscheidung Weniger gewesen, die sich dafür auch verantworten müssen, nicht eine der 640 000 VW-Beschäftigten. Es kann nicht sein, dass die mit gebückter Haltung durchs Leben gehen müssen!“ Kuhlmeyer sieht die Automobilindustrie – und VW besonders – in der Dieselfrage definitiv in der Verantwortung – aber eben nicht als alleinigen Verursacher. „Die Diskussion wird verengt geführt, es gibt noch andere Verursacher.“ Etwa die Schifffahrt oder auch das Feuerwerk in der Silvesternacht. Für die Rekordzahlen im geschäftsjahr 2017 will Kuhlmeyer den Vorstand für die geleistete Arbeit loben und hofft, dass es angesichts des 80-jährigen Firmenbestehens Belegschaftsaktien gebe. Damit ließe sich die Identifikation mit dem Unternehmen deutlich steigern, die Belegschaft würde direkt vom Erfolg des Unternehmens profitieren.

Insgesamt hofft der Wittinger auf sachliche Diskussionen wie es sie auch 2017 schon gegeben hatte. „In Hannover waren letztes Jahr 3500 Aktionäre vor Ort. Nach Berlin ist es dieses Jahr schon ein anderer Weg, aber 2500 bis 3000 Aktionäre werden es vermutlich dennoch werden“, sagt der Vorsitzende der Gemeinschaft der VW-Belegschaftsaktionäre

Von Dennis Klüting

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