Die Situation nach sieben Monaten Corona

Lichtblicke trotz Pandemie-Sorgen bei der Privatbrauerei Wittingen

Bei der Privatbrauerei Wittingen spürt man die Auswirkungen der Pandemie, es gibt aber auch den einen oder anderen Silberstreif am Horizont.
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Bei der Privatbrauerei Wittingen spürt man die Auswirkungen der Pandemie, es gibt aber auch den einen oder anderen Silberstreif am Horizont.

Wittingen – Die Wittinger Privatbrauerei wird von der Corona-Krise hart getroffen. Geschäftsführer Axel Schulz-Hausbrandt sieht aber bei allen Problemen, die die Pandemie mit sich bringt, ein paar Silberstreifen am Horizont.

Keine Schützenfeste, kaum andere Events, zeitweise geschlossene Gastronomie – diese Situation hat für die Privatbrauerei zu einem Umsatzrückgang von 30 bis 40 Prozent geführt. Schulz-Hausbrandt geht nicht davon aus, dass sich das aufholen lässt: „Was Corona angerichtet hat, das kann man in diesem Geschäftsjahr nicht mehr ausgleichen.“

„Gastronomie unterstützen“

Dem Geschäftsführer ist es wichtig, nicht nur auf das eigene Haus zu schauen, sondern auch auf die Partner. Insolvenzen von Gastronomiebetrieben im Kerngebiet der Privatbrauerei sind ihm bisher nicht bekannt. Schulz-Hausbrandt hofft, dass das so bleibt: „Was an Betrieben erst einmal weg ist, das kommt nicht wieder.“ Er selbst hat in der Krise schon viele Partnerbetriebe aufgesucht: „Wir haben geschaut, wo wir helfen können.“ Und er wirbt für Unterstützung durch die Kunden: „Alle Gastronomen, die ich besucht habe, haben ein schlüssiges Hygienekonzept vorgelegt.“

Die Wittinger Brauerei hat auf die Krise von März bis Mitte Mai mit Kurzarbeit in vielen Bereichen reagiert, betroffen waren etwa der Vertrieb, Teile der Produktion und der Fuhrpark. Entlassungen, so Schulz-Hausbrandt, wolle sein Familienunternehmen „unter allen Umständen vermeiden“, sofern es noch andere Auswege gibt – das sei Teil der Firmenphilosophie. An bestehenden Sponsoring-Engagements will die Privatbrauerei auch in der Krise nicht rütteln.

Große Freude hat dem Geschäftsführer die Solidarität bereitet, die seinem Unternehmen vor allem im Frühjahr begegnet ist. Als die Schützenfeste reihenweise abgesagt werden mussten, haben viele Vereine Ersatz-Events auf die Beine gestellt.

Das macht Mut, und Schulz-Hausbrandt sieht dafür noch ein paar weitere Anlässe. So haben sich der Absatz von Fassbier inzwischen zumindest leicht erholt. Und der Relaunch von 2015 trägt Früchte: „Beim Flaschenbier konnten wir gegen den Markt wachsen, gerade auch in diesem Jahr.“ Mitunter freue man sich da über prozentuale Zuwächse im zweistelligen Bereich.

In diesem Herbst soll zudem die Markteinführung eines neuen Bio-Landbiers aus dem Hause Wittinger stattfinden. „Darauf setzen wir große Hoffnungen“, sagt Schulz-Hausbrandt.

Gute Vorzeichen also eigentlich. Doch der Brauerei-Chef sagt auch, er habe „Respekt vor dem Herbst und dem Winter“, zumal die Corona-Fallzahlen wieder nach oben gehen. Es ist die Unsicherheit beim Blick auf die nächsten Monate, die die Lage angespannt hält.

Bockbierfest? Noch offen

Eine Unsicherheit, die freilich auch für das Bockbierfest der Privatbrauerei gilt, weil noch keiner weiß, ob im April schon ein Impfstoff vorliegt. Weil man ja irgendwann auch für ein so großes Event planen muss, und weil eine Planung ins Blaue ein finanzielles Risiko darstellen würde. „Wir werden bis zum letztmöglichen Datum prüfen, ob wir das Fest feiern können“, betont Schulz-Hausbrandt. „Wir können nicht riskieren, dass das zu einem Superspreader-Ereignis wird. Aber ich würde mir natürlich wünschen, dass das Bockbierfest stattfinden kann.“

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