„Transcription of Light“ als Motto

Künstler der Werkstattwoche präsentieren Ergebnisse in Lüben

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An einem Graffiti in Stöcken haben Künstler der Werkstattwoche und Schüler gemeinsam gearbeitet.

Lüben. Ein ganzes Dorf als Atelier, Ausstellungsraum und allgemein als Platz für künstlerisches Schaffen und Kreativität: Alle zwei Jahre durchlebt Lüben eine bemerkenswerte Verwandlung.

In der Werkstattwoche sind Künstler aus aller Welt dort zu Gast, und auch die Ansässigen scheinen sich durch deren fruchtbare Tätigkeiten inspirieren zu lassen; denn es ist weit mehr als eine Stelle zum Schlafen, die sie einbringen. Von ihrer Zuneigung und Sympathie profitieren Meister und Schüler, die ihrerseits den kleinen Ort für ein paar Tage in den Mittelpunkt der Kunstwelt rücken.

Die Künstlerin Jinyu Han aus China zeigt ihre lichtflutenden Portraits in Lüben.

Am Sonnabend hatten die 23 Künstler aus zwölf Ländern das im Symposium Geschaffene aufgebaut und ausgestellt. Die Ausstellung dieses Jahres zeigt ein breites Spektrum großartiger Ergebnisse zu einem Thema, das für Malerei eine echte Herausforderung ist: „Transcription of Light“ ist das Motto, das die Künstler gewählt haben, und es bietet die Möglichkeit zu mehreren Übersetzungen. Übertragung könnte es heißen oder Umsetzung des Lichtes. Die Beteiligten haben sich auf „Deutung von Licht“ geeinigt, berichtete die Vorsitzende des Wittinger Kulturvereins, Ursula Brüns, im IK-Gespräch.

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Unter dieser Überschrift, so Brüns, ließen sich alle möglichen Bereiche ansprechen, und die Werke reden ihre eigene Sprache. Allen gemeinsam ist eine grundlegende technische Fertigkeit. Das trifft auf die kraftvollen und stark farbigen Portraits der Yael Tiecher aus Israel ebenso zu wie auf die fast durchsichtigen Halbakte des Polen Lukasz Rudecki. Bereits im Eingangsbereich des Innenhofes deutet Adel Swelim das Licht auf vielfältige Weise. Das geschieht in großen Formaten wie in einer Studie mit kleinen Quadraten. Ganz wunderbar sind die ebenso realistischen wie lichtflutenden Portraits, die Jinyu Han aus China ausstellt.

Für eine fröhliche Stimmung sorgte während der Ausstellungseröffnung das Duo „Da Capo“: Wolfgang Peesel und Daniela Schenk.

Von einer äußerst harmonischen Gruppe sprach Ursula Brüns, deren Mitglieder sich rasch aufeinander eingestellt hätten, um in ständiger Kommunikation voneinander künstlerisch zu profitieren. Deutlich wurde das inzwischen gewachsene Lübener Flair auch während der Ausstellungseröffnung im Innenhof der Tenne. Ursula Brüns begrüßte Gastgeber der Woche, Sponsoren und Gäste des öffentlichen Lebens, und die georgische Malerin Tamar Melikishvili erläuterte in einem sehr persönlichen Vortrag die Wirkung der Woche auf ihr eigenes Werk.

Wie bereits die Eröffnung fand auch diese Veranstaltung in heiterer und fröhlicher Stimmung statt. Einen erheblichen Anteil daran hatte das Duo „Da Capo“: Wolfgang Peesel und Daniela Schenk gelang es sogar, die vielen Gäste zu rhythmischem Klatschen zu animieren, als sie „I will survive“ von Gloria Gaynor auf sehr originelle und gekonnte Weise interpretierten.

Von Horst Michalzik

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