Würdevolles Finale

Letztes Konzert mit Kantorin Imke Weitz in vollbesetzter St. Stephanuskirche

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Imke Weitz leitete das große Ensemble souverän in einer begeisternden Aufführung.

Wittingen – „Requiem aeternam dona eis, domine! et lux perpetua luceat eis. ex audi orationem meam! – Ewige Ruhe schenke ihnen, o Herr“: Mit diesen bewegenden Worten aus der katholischen Totenmesse führte Martin Berndt, Superintendent i. R. , in der Wittinger St. Stephanuskirche in einen denkwürdigen musikalischen Sonntagabend ein.

„Der Geschmack des Todes ist auf meiner Zunge, ich fühle etwas, das nicht von dieser Welt ist“, zitierte Berndt die letzten Worte eines der größten Komponisten aller Zeiten, Wolfgang Amadeus Mozart.

Imke Weitz, Kantorin.

Was dann folgte, war in seiner Professionalität und seinem hohen Anspruch an das Werk eine ebenso würdiger wie würdevoller Abschied der verdienten Kantorin Imke Weitz, die noch einmal die Bühne „ihrer“ Kirche betrat, um das Requiem Mozarts zu einem ergreifenden Ereignis zu gestalten.

Das Werk ist nicht nur sagenumwoben wie der Tod des Komponisten, der quasi in das Requiem eingebettet ist, denn er starb während der Niederschrift. Was blieb, das waren die Noten eines Genies, die gewürdigt werden wollten. Das stellt höchste Ansprüche an die musikalische Ausbildung eines Ensembles, an Chor, Solisten und Orchester. Um es vorwegzunehmen: Fast bis in das letzte Detail wurden die Interpreten dem hohen Anspruch gerecht.

Das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz besetzt. Wer zu spät kam, der musste mit einem Stehplatz vorliebnehmen. Und was nicht häufig vorkommt: Selbst der Marktplatz war zugeparkt. Sicherlich war der Name Imke Weitz ein echter Magnet wie auch das Requiem, das stets an Geheimnisvolles gemahnt. Die Kreiskantorei und der Kirchenchor Wittingen haben sich nicht zum ersten Mal bewiesen, trugen den musikalischen Part bestens geschult und mit viel Einfühlungsvermögen in den Kirchenraum, und das Orchester „opus 7“, dessen Konzertmeister Roger Burmeister erneut seine virtuos anspruchsvolle Interpretation aufzeigte, unterstrichen die Leistung von Imke Weitz, die derartig große Werke nicht zum ersten Mal aufgeführt und damit begeistert hat.

Neben der tadellos einnehmenden Leistung des gesamten Chores – auch während schwieriger Passagen – beeindruckten die Solisten, die für das Mozart‘sche Werk geradezu ausschlaggebend sind: Daniel Heinrich und Carsten Krüger wurden ihren anspruchsvollen Solistenrollen ebenso gerecht wie Hanna Hagel, die kurzfristig eingesprungen war. Alles überragte aber, ohne in irgendeiner Weis zu dominieren, Franziska Kuba mit ihrer wunderbar tragenden und angenehmen Sopranstimme.

VON HORST MICHALZIK

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