Tempest in weihnachtlicher Spiellaune / Wittinger Kult-Kneipe schließt Ende des Jahres

Letzte Bescherung im Rock-Café

Tempest läutete am Sonnabend lautstark das Heilige Fest im Wittinger Rock-Café ein. Eine bittere Pille mussten Publikum und Band jedoch schlucken: Die Kult-Kneipe schließt zum Ende des Jahres.
+
Tempest läutete am Sonnabend lautstark das Heilige Fest im Wittinger Rock-Café ein. Eine bittere Pille mussten Publikum und Band jedoch schlucken: Die Kult-Kneipe schließt zum Ende des Jahres.

Wittingen. Ho, ho, ho. Bereits am Samstag war im Rock-Café Weihnachten. Denn da läuteten Tempest so langsam, aber rockig den Heiligen Abend ein. Zum gefühlten 1000.

Mal gab es beim traditionellen Konzert Weihnachtslieder, eigene Songs, Coverversionen und Wünsch-Dir-Was-Lieder auf die Ohren.

„Barracuda? Ne, das haben wir gar nicht im Programm“, scherzte Toff. Doch es gab alles, Tempest gaben alles. Verstärkt wurden T-man, Toff und Timme durch Marchello Ebel von Seducer an den Drums und Dave Evang von General Groove an der Gitarre. Jeder wusste, was ihn erwartet, und deshalb war die Hütte auch brechend voll.

Doch nicht alles kam an diesem Abend erwartet. Gegen Ende des Konzerts nahm Hausherrin Rosi Schüler das Mikrofon in die Hand. Sie verkündete sichtlich ergriffen das Ende des Rock-Cafés zum Ende des Jahres. „Es ist mein Lebenswerk. Aber wir können das Rock-Café aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht mehr weiterführen“, sagte die Wirtin zum Ende des Kulttreffs.

Zusammen mit ihrem Mann Klaus stand sie bereits seit 1985 hinter der Theke an der Salzwedler Straße. Tränen gab es bei den Gästen, die allseitige Frage kam auf, was denn dann sei? „Das Rock-Café ist der Treffpunkt für viele vor allem ältere Menschen, die im Herzen und durch die Musik jung geblieben sind“, merkten einige Gäste an und berichteten, dass sie bereits seit mehr als 27 Jahren die Musikkultur und das Kneipenleben mit verfolgten. Ein letzter Treff alternativer Jugendkultur im Nordkreis geht somit dahin, aber an diesem Abend drehten Tempest zum Weihnachtkonzert noch einmal voll auf, zogen alle Register, verausgabten sich mit Publikumsunterstützung bis zum Ende und ernteten den verdienten Beifall.

Glückselige Gesichter verließen, allerdings mit einer kleinen Träne im Auge, das Rock-Café. Das Ende ihrer Weihnachtskonzertwohnstube traf auch die Musiker von Tempest hart. „Es gab zwar Gerüchte, aber konkret wussten wir nichts“, sagte Frontmann Thorsten Dierks. Dennoch wird es auch im kommenden Jahr das Weihnachtskonzert von Tempest geben, sagte er. „Wir wissen zwar noch nicht wo, aber das wird sich finden.“ Bis zum Jahresende gibt es am 26. Dezember im Rock-Café als nächstes noch die Weihnachtsfeier mit Cosmo Thunder and the Vibelines.

Von Burkhard Ohse

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare