Saisonstart des Wittinger Hafens steht unmittelbar bevor / Zunehmende Zahl der Übernachtungen

Leinen los für Sportboote

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So „bevölkert“ soll das Areal am Elbe-Seitenkanal wieder sein, wenn am 1. April die Saison startet.
  • Norman Reuter
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Wittingen. In der Hafenklause wird bereits gewerkelt. Am Wochenende sollen dann auch die Boote zu Wasser gelassen werden. Die Saison-Eröffnung des Wittinger Sportboothafens am Elbe-Seitenkanal steht unmittelbar zuvor.

In dem 75 mal 125 Meter großen künstlich angelegten Hafenbecken gibt es Liegeplätze für Dauergäste und Tagesbesucher. Hafenmeister Gerald Schulze kommt zusammen mit den geschaffenen Stellplätzen für Campingwagen auf rund 4000 Gäste-Übernachtungen während der Saison von Anfang April bis Mitte Oktober – Tendenz steigend.

Das entspricht dem Trend zum Urlaub im eigenen Land, bedingt durch die Krisen in der Welt. 2016 seien 30 000 neue Campingwagen zugelassen worden, sagt Holger Peterson. Auch Motorboote seien gefragt, erklärt der Autor, der sich in seinen Büchern mit dem Segeln und dem Leben auf Booten beschäftigt.

Der Campingwagen als auch ein Boot erlaube es dem Besitzer, sich immer neue Ziele suchen zu können, so der Autor. „Das ist eine Freiheit, die von Urlaubern geschätzt wird“, so Peterson. Campingwagen-Besitzer ziehe es dabei oft auch ans Wasser. Stellplätze an Häfen seien beliebt. Der Hafenmeister werde so auch zum Platzwart.

Cornelia Pengel und Gerald Schulz freuen sich auf die neue Saison des Wittinger Sportboothafens. Am Wochenende sollen die noch winterfest „verpackten“ Boote zu Wasser gelassen werden.

Gerald Schulz ist jemand in Wittingen, der beide Aufgaben übernimmt. 20 Stellplätze für Campingwagen entstanden vor fünf Jahren am Hafen. Campingwagen- und Bootbesitzer kämen ungemein gut miteinander aus, sagt Schulze. Cornelia Pengel, sie ist Geschäftführerin der Hafengemeinschaft, die für die Anlage am Kanal verantwortlich ist, kennt mehrere Bootbesitzer, die vom Campingwagen aufs Wasser wechselten. Sie selber zählt sich auch dazu und sagt: „Bootsfahren ist günstiger als Camping“. In Wittingen wird Tagesgästen ein Betrag in Rechnung gestellt, der sich nach der Länge des Bootes richtet: 1,30 Euro pro Meter, zuzüglich 50 Cent pro Person für das Nutzen von Strom und Sanitäranlagen.

Am 1. April ist offizieller Start der Sporthafen-Saison, am 30. April soll es ein gemeinsames Anschippern nach Bad Bodenteich mit vorheriger Falgenparade geben. Zuvor steht für die Skipper aber noch Arbeit an. Die Boote müssen ins Wasser. Kommendes Wochenende ist das geplant, berichtet Hafenmeister Schulze. Überwintert haben viele der Boote von Daueranliegern auf der großen Wiese neben der Hafenklause. Bis zu 14 Meter lange Yachten sind dort in diesen Tagen noch winterfest „verpackt“ zu entdecken.

Holger Peterson schildert, es gebe immer mehr Menschen, die ein Boot als Alternative zur Wohnung sehen. Ein gebrauchtes Boot in der Länge von 7,5 Metern sei bereits ab 5000 Euro zu bekommen. Der Buchautor lebt selbst auch ganzjährig auf einer Yacht.

Für Bootsbewohner wird es Wittingen im Winter schwierig. Der hiesige Sportboothafen sei wegen des bei Frost gefrierenden Hafenwassers nicht ganzjährig zu nutzen, so der Hafenmeister Gerald Schulze – umso lebendiger geht es nach seinen Worten im Sommer zu: Es seien wieder Veranstaltungen wie die Mittsommernacht, ein Bergfest und zum Saisonabschluss der „Hafen im Flammen“ geplant.

An den Saisonabschluss im Herbst will Hafengemeinschafts-Geschäftsführerin Cornelia Pengel noch gar nicht denken. Sie freut sich nun erst einmal auf den Start, auf viele Ausflüge sowie Urlaubstage mit ihrem Mann auf dem Boot: „Wenn wir die Leinen los machen, sind wir direkt im Urlaub“, sagt sie.

Von Norman Reuter

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