Pläne für Grundschul-Mensa werden nun neu diskutiert

Lebenshilfe zieht in Radenbeck aus

Mensa im Altbau? Diese Frage dürfte zu neuen Beratungen führen. 
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Mensa im Altbau? Diese Frage dürfte zu neuen Beratungen führen. 

Radenbeck – Die Wittinger Lebenshilfe zieht bei der Radenbecker Grundschule aus: Die Eichenwaldschule hat nach Angaben von Stadtbürgermeister Andreas Ritter die seit 2015 bestehende Vereinbarung über die Nutzung von Schulräumen gekündigt.

Für die Stadtpolitik könnte das bedeuten, dass die Pläne für eine Mensa in Radenbeck noch einmal neu aufgerollt werden.

Dörte Willmann-Kuball, Bereichsleiterin für Kinder und Jugend bei der Lebenshilfe, bestätigt auf IK-Anfrage die Kündigung: „Leider, ja, wir bedauern das sehr.“ Die Zusammenarbeit mit der Radenbecker Grundschule sei stets sehr gut gewesen. Neben der Nutzung von zwei Räumen ist auch gemeinsamer Unterricht mit einer Partnerklasse in den Fächern Musik und Sport Teil der bisherigen Kooperation. Bei den Eltern der Grundschüler kommt das so gut an, dass sich großer Widerstand regte, als die Stadt vor zwei Jahren überlegte, wegen Platzbedarf für eine Mensa selbst den Vertrag zu kündigen.

Nun geht die Lebenshilfe selbst diesen Schritt. Der Grund sind laut Willmann-Kuball die Anmeldezahlen. Nur ein neues Kind sei bei der Eichenwaldschule für den Primarbereich angemeldet worden, damit werde es im kommenden Schuljahr nur eine Primarklasse (umfasst die Jahrgänge 1 bis 4) geben. In der Eichenwaldschule wird eine solche Klasse aus maximal acht Schülern gebildet. Auch sei bei der künftigen Zusammensetzung nicht allen Familien vom Wohnort her zuzumuten, dass ihr Kind täglich nach Radenbeck gebracht werden muss. Die Kooperation ist daher für die Lebenshilfe nicht mehr darstellbar. Gerade bei kleinen Gruppen, so die Bereichsleiterin, könne naturgemäß „jeder Anmeldung das Zünglein an der Waage sein“.

Die Gründe für die Anmeldesituation sind laut Willmann-Kuball schwer zu analysieren. Schwankungen habe es über die Jahre immer gegeben. 2021 könne das Ganze schon wieder ganz anders aussehen. Eine Rolle könnte auch die Inklusion spielen – Schüler, die von ihren Eltern vor einigen Jahren an der Eichenwaldschule angemeldet worden wären, können heute auch eine Regelschule besuchen.

Abzuwarten bleibt, wie sich das auf die Mensa-Pläne auswirkt. Beschlusslage ist, den Altbau der Radenbecker Grundschule für 380 000 Euro zu sanieren, damit die Mensa dort einziehen kann. Die Haushaltsmittel dafür wurden über die Jahre 2020 und 2021 gestreckt. Angesichts wegbrechender Steuereinnahmen im Zuge der Corona-Krise sitzt das Geld derzeit alles andere als locker – mündet die neue Lage in neue Entscheidungen?

Vorentscheidungen gibt es nicht. „Wir werden neu thematisieren, wie und wo die Mensa eingerichtet werden soll“, sagt Ritter. Eine Diskussion, an der sich auch die Schule beteiligen wird. Laut Schulleiterin Sylvia Lösche gibt es auch dort noch keine konkreten Vorstellungen für den Umgang mit der neuen Situation: „Wir sind mit dem Schulträger im Gespräch, und wir wollen das im Kollegium diskutieren.“ (VON HOLGER BODEN)

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