Langer Atem für neue Gewerbegebiete

Mindestens zwei Jahre für Wittinger Hafen-Pläne

Ein Schiff passiert auf dem Elbe-Seitenkanal den Wittinger Hafen.
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Der Hafen soll wachsen – in zwei Richtungen gibt es ein Entwicklungspotenzial von insgesamt fast 70 Hektar.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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Wittingen – Neuer Platz für neue Unternehmen – dieses Ziel verfolgt die Stadt Wittingen nicht nur mit der Neuentwicklung der ehemaligen OHE-Fläche (das IK berichtete), das ist auch am Hafen geplant. Bis sich dort erste Resultate in Form weiterer Gewerbeflächen beobachten lassen, werden aber wohl noch mindestens zwei Jahre vergehen.

Der städtische Bauausschuss votierte in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür, die nötige Änderung des Flächennutzungsplanes für den Bereich östlich des bisherigen Hafengebiets in Angriff zu nehmen. Große Diskussionen zu dem Thema gab es nicht – die werden wohl folgen, wenn es später einmal um die Details geht. Wie bei solchen Verfahren üblich, wird auch die Öffentlichkeit noch beteiligt werden.

Eine Hafenerweiterung ist spätestens seit den späten Nullerjahren ein Thema, damals wurde eine umfangreiche Studie dafür vorgestellt. Nun, fast 15 Jahre später, werden die Weichen dafür gestellt, dass es nicht bei bedrucktem Papier bleibt.

Die avisierte Fläche für eine östliche Erweiterung ist 29 Hektar groß, in Richtung Süden stehen zudem noch einmal rund 40 Hektar zur Verfügung. Das letztgenannte Areal stand für den Bauausschuss noch nicht auf der Tagesordnung.

Die zwischen dem Hafen und Mannhagen geplanten neuen Gewerbe-Parzellen sollen vor allem Unternehmen anlocken, die sich für einen Platz dicht an der (noch zu bauenden) Autobahn interessieren. Das Erweiterungsgebiet – so die bisherigen Überlegungen – soll voraussichtlich einen eigenen Anschluss an die Bundesstraße bekommen. Die bestehende Hafenzufahrt soll dabei bestehen bleiben.

„Wir gehen für die Planung von einem Zeitraum von zwei Jahren aus, wenn es gut läuft“, sagte Sabrina Puskeiler, im Rathaus Abteilungsleiterin für Stadtentwicklung, dem Bauausschuss. „Das sind Verfahren, die etwas länger dauern werden.“

Auf die Planer wartet eine Menge Arbeit. Umwelt-Untersuchungen laufen bereits. Lärmschutzvorgaben müssen geprüft und eingehalten werden, zu den Wohnhäusern muss der korrekte Abstand gewahrt bleiben. Wie groß der sein soll, wird das Verfahren zeigen. Nicht nur die Interessen der Mannhagener müssten dabei berücksichtigt werden, auch die der Siedlung Hahnenberg.

„Ich denke, der Bedarf ist da“, sagt Stadtbürgermeister Andreas Ritter mit Blick auf die geplanten Flächen und die künftig zu erwartende Nachfrage. Ein wichtiger Faktor werde die tatsächliche Realisierung der Autobahn sein: „Die A 39 ist für viele Unternehmen, mit denen wir gesprochen haben, wichtig. Es gab schon Anfragen, auch wenn die Autobahn noch gar nicht da ist.“

Für die 40 Hektar südlich der OHE-Linie soll ab diesem Jahr ein Entwicklungskonzept auf den Weg gebracht werden. Denkbar, dass dann 2022 der Einstieg in die Bauleitplanung erfolgt. Vorher sollen mit dem Konzept diverse Fragen beantwortet werden: Wie wird das Gelände erschlossen? Wie wird es gestaltet? Eine der vordringlichsten Fragen ist dabei, wie und wo genau die Bahntrasse von der Erschließungsstraße gequert wird. Und ob ein vorhandenes Waldstück mitgenutzt werden kann.

Ein weiteres Hafenbecken im südlichen Bereich ist derzeit kein Thema mehr, auch wenn solches früher mal diskutiert wurde. Das liegt freilich auch daran, dass nach vielen Jahren des Verhandelns die marode Liegestelle unweit der B 244-Brücke gekauft und saniert werden soll. Eine abschließende Entscheidung dazu erwartet der Rathauschef im Mai. Im Haushalt steht das Projekt mit einem Sperrvermerk, weil noch nicht ganz klar ist, ob dafür die erhofften Zuschüsse fließen.

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