Ex-Förderschule als Option

Landkreis wäre auf Nutzung der Hermann-Löns-Schule für Flüchtlinge vorbereitet

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Die leerstehende Hermann-Löns-Schule gilt für den Notfall als mögliche Unterkunft für Flüchtlinge.

Wittingen. Gebäude und Sporthalle der ehemaligen Hermann-Löns-Schule in Wittingen könnten zur Flüchtlingsunterkunft werden, wenn sich für den Landkreis Gifhorn ein entsprechender Bedarf ergibt.

In den Überlegungen der Kreisverwaltung spielt die Immobilie bereits eine Rolle, wie Landrat Andreas Ebel jetzt auf IK-Anfrage bestätigt hat. Allerdings: Wann es so weit sein könnte, und ob überhaupt auf die leerstehende Schule zurückgegriffen werden muss, ist noch offen. Es gebe Pläne für die Gebäude, aber „keinen konkreten Zeithorizont“, so Ebel.

Gifhorns Landrat Andreas Ebel.

Dass die Hermann-Löns-Schule einmal zur Unterbringung von Flüchtlingen gebraucht werden könnte, ist angesichts des unverminderten Zustroms von Asylbewerbern nicht unwahrscheinlich. Bei dezentralen Unterkünften wird das Angebot zunehmend knapp. Vorteil für den Landkreis: Als Hausherr hat er die Planungshoheit über die Liegenschaft. In der Schule könnten laut Ebel 150 bis 180 Personen untergebracht werden. Denkbar sei eine Nutzung der Sporthalle wie auch der Klassenräume.

Konsequenzen für die benachbarte IGS will der Landkreis nach Möglichkeit vermeiden. Die Hermann-Löns-Schule ist Teil des ursprünglichen Raumkonzepts für die Gesamtschule, die dieses Jahr in den Räumen der Oberschule an den Start gegangen ist. Unter anderem sollte in der einstigen Förderschule die IGS-Mensa gebaut werden. Die ist allerdings nach Ebels Angaben in der aktuellen Planung bereits im Gebäude der Oberschule vorgesehen. Damit werde es einfacher, „die Räumlichkeiten der Hermann-Löns-Schule für einen Übergangszeitraum für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen“.

Laut Ebel sollen sich „grundsätzlich keine zeitlichen Auswirkungen“ auf die Einrichtung der IGS ergeben. Das wolle man bei allen Varianten zur Unterbringung von Flüchtlingen an der Hermann-Löns-Schule berücksichtigen. Im „worst case“ gehe man von einer Verzögerung der Umbaumaßnahmen um ein Jahr aus.

Auch in diesem Fall, so Ebel, müsse „gewährleistet sein, dass sich die schulischen Anforderungen am Standort der Oberschule realisieren lassen“. Und: „Derzeit wird davon ausgegangen, dass dies so möglich ist.“ Von einer Flüchtlingsunterbringung in der Sporthalle wären auch einige wenige Vereine betroffen. Ebel zufolge nutzt die Aerobicsparte des MTV Wittingen dienstags und donnerstags die Halle, ab Januar wolle die Wittinger Voltigiergruppe dort trainieren. Stadtbürgermeister Karl Ridder hat seine Verwaltung schon beauftragt, die Nutzungszeiten in der Hermann-Löns-Sporthalle abzufragen, um den Vereinen in städtischen Hallen Alternativen anzubieten. Der Rathauschef ist überzeugt, dass sich die nötigen Kapazitäten finden lassen – wenn auch vielleicht nicht zu den für die aus der Hermann-Löns-Halle gewohnten Zeiten. Ob eine Unterbringung von Flüchtlingen in der Landkreis-Schule auf die städtische Quote angerechnet würde, bleibt laut Ebel abzuwarten. Die Antwort lautet ja, wenn die Flüchtlinge auf die Quote des Landkreises anzurechnen sind. Sie heißt nein, wenn der Kreis sie im Zuge der Amtshilfe unterzubringen hat.

Von Holger Boden

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