Aus für viele Veranstaltungen

Landkreis schränkt Nutzung des Knesebecker Schützenhauses ein

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Probleme mit privaten Partys und mit baulichen Aspekten: Die Knesebecker Schützen haben Handlungsbedarf bei ihrem Domizil.

Knesebeck. Wird es dieses Jahr einen Dorfabend im Knesebecker Schützenhaus geben? „Gute Frage“, sagt Heinrich Pengel, Chef der Knesebecker Schützengesellschaft, die Hausherr des Gebäudes ist.

Der Landkreis Gifhorn hat offenbar verfügt, dass das Schützenhaus nur noch für Schützenveranstaltungen genutzt werden darf.

Pengel bestätigte gestern auf IK-Anfrage den Sachverhalt: Demnach musste eine große Zahl von Veranstaltungen, die im Schützenhaus geplant waren, abgesagt werden. Einige private Feiern, für die schon die Einladungen verschickt waren, dürften noch über die Bühne gehen.

Der Landkreis argumentiere, so Pengel, mit Problemen beim Brandschutz. Es seien bauliche Veränderungen vonnöten, außerdem sei das Gebäude nicht als Versammlungsstätte genehmigt.

In den letzten Jahren hatte es darüber hinaus vermehrt Beschwerden von Anwohnern gegeben, die den nächtlichen Lärm durch Partys nicht mehr hinnehmen wollten. Pengel vermutet, dass in der Tat „der Lärm das Hauptproblem“ ist. Er sagt, er hätte es noch verstanden, wenn der Bann die nächtlichen Partys trifft – nicht aber alle anderen privaten Veranstaltungen.

Knesebecker treffen sich bei Facebook seit Donnerstag in der Gruppe „Pro Schützenhaus Knesebeck“ und machen dort schon mal verbal Front gegen die Einschränkungen bei der Nutzung: „Aus unserm Schützenhaus, da wirft uns keiner raus.“ Eine Forderung: Die Stadt Wittingen müsse die Knesebecker Schützen beim Erhalt des Gebäudes unterstützen.

Die Schützengesellschaft hat laut Pengel bereits einen Architekten beauftragt, der die Kosten für mögliche Umbaumaßnahmen ermitteln soll. Voraussichtlich müsse man im Saal „schalltechnisch was unternehmen“. Ein Gedanke sei auch, den kleinen Eingang zur Rückseite zu verlegen und damit weg von den Anwohnern. Pengel räumt ein: „Wir hätten schon vor Jahren was machen müssen.“

Auch der Schützen-Chef sagt: „Wir werden die Hilfe der Stadt brauchen.“ Die Schützengesellschaft könne das Haus unterhalten – die im Raum stehenden Investitionen könne sie nicht allein stemmen. Für die Schützengesellschaft ist das Ganze ohnehin auch eine finanzielle Frage, denn zur Unterhaltung des Gebäudes ist sie auf Einnahmen aus der Vermietung angewiesen. Auch Nicht-Schützen stellen sich die Frage, was aus Veranstaltungen wie Novembermarkt und Dorfabend wird, die Teil des örtlichen Lebens sind.

Stadtbürgermeister Karl Ridder verweist darauf, dass politische Beschlüsse freilich ausstehen – er gehe aber prinzipiell davon aus, dass die Stadt die Schützengesellschaft mit dem Problem nicht allein lassen werde. Das Schützenhaus habe schließlich, wenn man so wolle, auch die Rolle eines Knese-becker Dorfgemeinschaftshauses.

Von Holger Boden

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