Nitrat ist nicht nachweisbar

Landkreis Gifhorn: Kooperation zwischen Wasserverband und Landwirten läuft

+
Vertreten künftig die Landwirte in der Gesamtkooperation: Johannes Beier (v.l.), Dirk Rehbock und Jörg Meinecke mit Christian Lampe. 

Wittingen / Landkreis Gifhorn – „Bislang hat die Umsetzung der Vorschläge aus den Konzepten in unseren freiwilligen Kooperationen mit den Landwirten gut funktioniert“, stellte Christian Lampe, stellvertretender Geschäftsführer des Wasserverbandes Gifhorn, bei der ersten von fünf Regionalversammlungen im Landkreis am Dienstagabend in Wittingen fest.

Gemeint sind damit die Kontrollen und Maßnahmen, die der Wasserverband und die Landwirte bezüglich der Nitrat- und Pestizid-Belastung der Böden in den Trinkwassergewinnungsgebieten getroffen haben. Dr. Hartmut Geries vom betreuenden Ingenieurbüro aus Göttingen nannte Zahlen. Danach liegt die Nitratbelastung im Landkreis auf einem landesweit durchschnittlichen Niveau, die Pestizid-Belastung ist eher gering, zumeist sind nur deren Abbauprodukte feststellbar. Glyphosat wurde nicht festgestellt. In dem Rohwasser, das der Wasserverband dann als Trinkwasser gewinnt, liegen die Nitratwerte unterhalb der Messgrenze. Das ist überdurchschnittlich gut, stellt Geries fest. Und es ist nicht selbstverständlich. In Göttingen etwa liegen die Werte nur knapp unter dem gesetzlich zulässigen Wert von 50 Milligramm pro Liter.

Grund für die gute Qualität der Brunnen im Landkreis ist auch die Bodenstruktur. Die ist im Nordkreis um Hankensbüttel und Wittingen sogar noch besser als im Südkreis. Durch zusätzlich vorhandene, natürliche Bodenschichten benötigt das Wasser etliche Jahrzehnte, bis es in den zur Förderung genutzten Grundwasserbereich gelangt. „Das Trinkwasser ist hier deutlich älter als 50 Jahre“, erklärte Geries. Auf dem Weg durch den Boden werden Nitrat wie auch Pestizide abgebaut.

Nicht ganz so alt ist das Trinkwasser im Südkreis, insbesondere um Wedelheine, da dort der Boden durchlässiger ist. Doch auch dort gibt es keinerlei Probleme mit Nitrat oder Pestiziden. Vereinzelt höhere Messwerte im Boden, nicht im Trinkwasserbereich, sind aufgrund der Messstellen auch bestimmten Höfen zuordbar. „Hier helfen gezielte Maßnahmen“, sagte Geries. „Die Belastungen hängen insbesondere von den angebauten Feldfrüchten ab“, sagte Lampe. „Das Ingenieurbüro berät, wie man den Einsatz von Düngung und Pestiziden reduzieren kann. Sofern die Landwirte Pestizideinsatz oder Düngung verringern, gibt es Ausgleichszahlungen. Die stammen unter anderem aus dem Wassergroschen, die der Wasserverband für jeden Kubikmeter gefördertes Wasser an das Land abführt.“

Nach der Vorstellung des Schutzkonzepts, das von 2020 bis 2024 läuft, wurden Johannes Beier und Dirk Rehbock als neue Vertreter der Landwirte gewählt, die das Gebiet um Wittingen in der Gesamtkooperation vertreten. Jörg Meinecke wurde wiedergewählt. Insgesamt gibt es sieben Trinkwassergewinnungsgebiet des Wasserverbands im Kreisgebiet. Auf den dort befindlichen 11 000 Hektar Nutzfläche wirtschaften etwa 280 Landwirte. Das Gebiet um Wittingen hat sich um rund 2000 Hektar verkleinert. „Neue hydrogeologische Erkenntnisse haben ergeben, dass das Wasser im westlichen Teil von Wittingen nicht in den Bereich der Trinkwassergewinnung gelangt“, erklärte Lampe.

VON BURKHARD OHSE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare