Land gegen Ärztemangel

Klaus Schneck

Hannover/Gifhorn. Die niedersächsische Politik will dem Hausärztemangel entgegenwirken. Der Landtag hat dafür ein Maßnahmenbündel auf den Weg gebracht, das nach Angaben des SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Schneck von den Sozialdemokraten in die Diskussion gebracht worden war und am Donnerstag mit den Stimmen aller Fraktionen verabschiedet worden ist. Von Holger Boden

Der Hausärztemangel trifft vor allem die ländlichen Regionen. Besonders betroffen ist der Landkreis Gifhorn, der beim Versorgungsgrad zu den Schlusslichtern gehört (das IK berichtete). Vor diesem Hintergrund begrüßte Schneck die beschlossenen Pläne nachdrücklich.

Dabei gehe es, so der Knesebecker, explizit nicht um mehr Geld für Ärzte, sondern um zusätzliche Anreize für Mediziner, sich in schlecht versorgten Regionen niederzulassen. Zu den Kernpunkten des Maßnahmenbündels gehöre zudem eine attraktivere Gestaltung der Aus- und Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Geprüft werden solle auch der Ausbau der Lehrstühle für Allgemeinmedizin. Mit Stipendienfonds sollen mehr Studierende für eine Spezialisierung im Bereich Allgemeinmedizin gewonnen werden. Auch eine Mindestanzahl von Weiterbildungsstellen sowie Praktikums- und Hospitationsstellen für Hausärzte werde geprüft.

Der Landtag fordert laut Schneck darüber hinaus die Landesregierung auf, die Kommunen in unterversorgten Gebieten zu beraten, wie sie Allgemeinmediziner zur Niederlassung bewegen könnten. Und: Die SPD verlange von der Landesregierung und der Kassenärztlichen Vereinigung eine Initiative zur besseren Kooperation zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern, um den hausärztlichen Bereitschaftsdienst zu sichern.

Der Ärztemangel ist kein niedersächsisches Phänomen – und die hiesigen Kommunen dürften bei der Suche nach Medizinern mit Gemeinden in fast ganz Deutschland konkurrieren. Ob Bayern, Baden-Württemberg oder Hessen: Ein Blick ins Internet zeigt, dass die Problematik eine bundesweite ist. Nordrhein-Westfalen hat kürzlich sogar angekündigt, gezielt um junge Ärzte aus Österreich zu werben.

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